Lass mir meinen Traum!

Kennst du das? Da hat man sich ganz mühevoll seinen Traumberuf zurechtgebastelt, da hat man sich ausgemalt, wie es sich anfühlt ihn auszuüben, sich mit ihm zu identifizieren, hinter ihm zu stehen. Und dann kommt irgendjemand daher und will einem den Traum wegnehmen, den man seit Jahren pflegt. Die kalte und schneidige Realität vor Augen führen und das Gefühl mit Wissen füttern. Nein, nein, auf keinen Fall. Auf keinen Fall das tolle Gefühl wegnehmen, dann lieber weiter Luftschlösser bauen!

Ich zumindest habe mich ertappt gefühlt, als ich bei Brotgelehrte die 40 Gründe las, warum Geisteswissenschaftlern die Berufsorientierung schwerfällt: https://brotgelehrte.wordpress.com/2017/06/05/40-gruende-warum-geisteswissenschaftlerinnen-die-berufsorientierung-schwerfaellt/. Bei dem einen oder anderen Grund musste ich nicken, ja, so habe ich auch argumentiert.

Auch mir hat es widerstrebt für meine Arbeit Geld zu verlangen. Ich bin doch nicht materialistisch!

Oder aber auch das große Desinteresse an der freien Wirtschaft, weil ich damals dachte, dass die freie Wirtschaft mein Feind ist. Bis ich eines besseren belehrt wurde.

Mein erstes Studium im Bereich Jazzklavier habe ich aus den verschiedensten Gründen abgebrochen. Ich hatte Angst, dass er mir mal negativ im Lebenslauf ausgelegt werden würde. In einem Vorstellungsgespräch wurde es auch, siehe hier. Aber warum das für mich zu einer neuen Bewertung des Abbruchs geführt hat, habe ich in dem Blogbeitrag beschrieben.

Die Gründe, warum Geisteswissenschaftler sich nicht mit dem Später befassen wollen, sind vielfältig. Brotgelehrte nennt 40. Es gibt sicherlich noch mehr. Dabei ist es so fatal, wenn wir so dickköpfig die Augen schließen, weil es uns nicht in den Kram passt.

Ich als Geisteswissenschaftler in den Vertrieb? Lieber nicht! Dabei geht auch das, siehe das Interview mit einer Germanistik-Absolventin hier.

Eine geisteswissenschaftliche Bachelor-Studentin beschränkt sich auf eine Großstadt mit ihren Bewerbungen? Ganz falsche Strategie, geklappt hat es trotzdem.

Was sind deine Gründe, warum du dich nicht mit dem Danach befassen willst? Nachdem ich fünf Absagen nach fünf verschiedenen Vorstellungsgesprächen bei unterschiedlichen Firmen kassiert hatte, konnte ich mir auch nicht vorstellen einen ordentlichen Arbeitgeber zu finden. Aber der Anruf kam dann doch, siehe hier.

Ich freue mich auf eure Kommentare.

Ehrgeiz im Job: Fluch oder Segen?

Ich bin nun schon eine Weile raus aus dem Studentenleben. Um genau zu sein bereits 8 Jahre. Manchmal fühle ich mich wie eine alte Oma, wenn ich Absolventen beobachte, die in der Firma anfangen. Irgendwie wirken sie so jung, haben Babygesichter und sitzen immer noch am Schreibtisch, wenn ich Feierabend mache. Manchmal durchzuckt es mich kurz, dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen und denke mir, vielleicht sollte ich doch noch ein Stündchen bleiben. Sollte mehr Elan an den Tag legen. Um anschließend den Kopf zu schütteln und dann doch zu gehen. Vielleicht eher leise und heimlich, aber sehr bewusst der Arbeit den Rücken kehrend.

Manchmal, wenn ich das Firmengebäude verlasse, muss ich dann daran zurückdenken, wie ich selbst frische Uniabsolventin war und meinte der Welt beweisen zu müssen was ich auf dem Kasten hatte. Da ich nach einem kurzen Abstecher in einer NGO gezwungen war selbstständig zu sein als Jazzpianistin und Sprachtrainerin, arbeitete ich gefühlt Tag und Nacht. Entweder saß ich am Schreibtisch und bereitete Unterricht vor, saß auf dem Klavierhocker und übte die Wünsche der Kunden für den Eröffnungswalzer oder aber versuchte neue Aufträge zu generieren, machte Buchhaltung oder schlug mich mit der Künstlersozialkasse herum, die mich nur als Jazzpianistin versicherte, aber nicht als Sprachtrainerin.

Ich arbeitete viel und hart. Ich arbeitete, weil ich finanziell irgendwie zusehen musste über die Runden zu kommen, arbeitete, weil ich meinte nur mit einem exzellenten Ruf neue Kunden würde generieren können. Die Angst vor dem finanziellen Aus saß mir sehr tief im Nacken. Ich arbeitete und arbeitete bis mich irgendwann die Erschöpfung einholte. Und mich überlegen ließ vielleicht doch eine Festanstellung zu suchen.

Als ich dann meinen ersten Job als Quereinsteigerin in einer Vollzeit-Festanstellung antrat, hieß es also mich wieder zu beweisen. Oder meinen beweisen zu müssen. Doch die Jahre der Selbstständigkeit hatten mich gelehrt mehr auf mich zu achten. Dadurch, dass ich ca. anderthalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiner Arbeitsstelle pendelte, war ich gezwungen meine Arbeitszeiten an S-Bahnverbindungen anzupassen. Was in dem Sinne sehr hilfreich war, weil ich durch die spärliche Auswahl an Verkehrsmitteln viel bewusster entschied, ob es das wirklich wert war länger zu bleiben. Ich arbeitete immer noch hart, aber ich klärte mit meinem damaligen Chef sehr früh ab, dass ich wie geplant acht Stunden arbeiten, aber dann auch pünktlich Feierabend machen würde. Er versicherte mir, dass niemand mehr von mir erwartete.

Und genau an dieser Aussage halte ich seitdem fest. Auch wenn ich mittlerweile schon längst die Firma gewechselt habe und in einer anderen Stadt wohne, wenn wir ehrlich mit uns sind, sind wir meistens selbst Schuld daran, dass wir Überstunden machen. Niemand erwartet es von uns. Zumindest war ich damals überrascht und gleichzeitig erleichtert als mein Chef mir so klar mitteilte, dass er nicht erwarten würde, dass ich Überstunden mache.

Hast du das schon mal deinen Chef gefragt? Hast du schon mal untersucht warum du eigentlich von dir erwartest, dass du immer lange nach offiziellem Feierabend noch im Büro am Schreibtisch sitzt? Meist ist unser Ehrgeiz es, der uns im Weg steht. Die Erwartung an uns selbst, die uns arbeiten lässt, wenn wir längst nach Hause gehen sollten, um unsere sozialen Kontakte zu pflegen. Doch je länger man dabei ist im Berufsleben, desto mehr stellt man fest, dass die Arbeit nicht alles ist. Ja, ich will natürlich auch heute noch gute Arbeit leisten, ich will die Zeit, die ich bei der Arbeit verbringe, nicht vergeuden, möchte meine Aufgaben gewissenhaft und zur vollsten Zufriedenheit ausführen. Aber ich möchte nicht mehr wieder bis zur Erschöpfung arbeiten. Ich möchte nicht meine sozialen Kontakte verkümmern lassen, weil irgendein Kundentermin angeblich wichtiger ist. Ich möchte nicht Raubbau mit meinem Körper betreiben, mich mit Kaffee und Redbull wachhalten, weil angeblich irgendein Projekt unbedingt heute noch fertig werden muss.

Ich habe zu Anfang des Jahres 2017 davon berichtet wie ich mich geärgert habe, weil ich bereits am ersten Tag des noch so jungen Jahres gleich Überstunden schob. Vielleicht falle ich jetzt eher von der anderen Seite vom Pferd herunter. Vielleicht sollte ich jetzt ehrgeiziger sein. Vielleicht. Die Balance zu finden und zu halten, wird schwierig bleiben. Einerseits möchten wir die Erwartungen erfüllen, wollen von unseren Chefs gelobt und befördert werden, doch gleichzeitig müssen wir uns auch Grenzen setzen und unseren Ehrgeiz im Zaun halten.

Manchmal, wenn ich die Absolventen sehe, wie sie übermüdet und gleichzeitig eifrig an ihren Büroschreibtischen sitzen, dann verharre ich still einen Augenblick und versuche mich in sie hineinzuversetzen. Ja, ich war genauso. Ich hatte auch dunkle Augenringe, wollte es allen recht machen und arbeitete mehr als ich musste.

Dass man als Berufsanfänger ehrgeizig ist, ist gut. Es hilft uns die Fehler, die man unweigerlich als Anfänger macht, auszumerzen, es hilft uns, wenn wir Aufgaben zu bewältigen haben, die wie ein riesiger Berg vor uns stehen. Unerklimmbar. Und nur deshalb schaffen wir es nach oben, weil wir nicht aufgeben und durchhalten, ehrgeizig das Ziel vor Augen. Es ist gut ehrgeizig bei der Arbeit zu sein, aber denk daran dich zu schützen. Denk daran deine Grenzen zu setzen und nicht zu sehr soziale Kontakte verkümmern zu lassen. Es mag zwar wie eine bittere Wahrheit scheinen, aber jeder ist ersetzbar. Auch du.

Lass dich nicht beirren und achte auf dich selbst. Lass Ehrgeiz im Job nicht zu einem Fluch werden.

Challenge geschafft

Die 14 Tage sind rum. 14 Tage lang habe ich mich in Dankbarkeit geübt. Insbesondere im Job. Dazu gab es jeden Tag eine Frage, die ich versucht habe im Laufe des Tages immer wieder zu bedenken und am Ende zu beantworten. Zum Beispiel welche Aufgaben mir bei der Arbeit Spaß machen oder wer mein Lieblingskollege ist. An manchen Tagen hat das besser geklappt als an anderen. Manchmal war die Frage sehr schnell und leicht zu beantworten und manchmal habe ich mich schwer getan. Zu einigen Fragen werde ich hier vielleicht ausführlicher antworten, aber heute will ich ein Gesamtfazit geben. Und das lautet: Dankbar zu sein ist anstrengender als gedacht, aber es lohnt sich.

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Ein wenig hat es mich schon erschreckt, dass ich manchmal so gar keine Lust hatte dankbar zu sein. Es ist viel einfacher alles schrecklich zu finden und zu meckern. Bewusst seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, auf die positiven Dinge zu achten, das ist anstrengend. Aber gleichzeitig war ich auch positiv überrascht wie sehr meine dankbare Einstellung einen Einfluss auf den gesamten Tag hatte. Vieles ging mir leichter von der Hand, blöde Telefonate steckte ich einfacher weg, langweilige Aufgaben waren nicht ganz so übel. Ja, dankbar zu sein ist definitiv Arbeit, aber sie lohnt sich.

Unsere Gedanken sind viel machtvoller als ich gedacht habe. Wenn man versucht sie zu ändern, in andere Bahnen zu lenken, fällt einem erst auf wie schwer es ist die eingetretenen Wege zu verlassen. Zwar hat jeder von uns schon mal gehört, dass unsere Gedanken der Ursprung für unser Handeln sind, aber wenn man bewusst seine Gedanken lenkt, dann erst fällt es einem wirklich auf wie wichtig sie sind und wie sehr wir sorgsam auf sie achten sollten. So ging es zumindest mir.

Das bestätigte sich besonders gestern. Beim Joggen begegnete ich wieder der weithin berüchtigten alten Dame, die mit Gehstock und Hund öfter in der Schrebergärtenanlage zeitgleich mit mir unterwegs ist. Diese Dame hat eindeutig etwas gegen Läufer. Einmal schrie sie, dass Jogger eine Plage sind und fuchtelte gefährlich nah mit ihrem Gehstock bei meinen Beinen herum, gestern murmelte sie die ganze Zeit: „Furchtbar, furchtbar!“, als ich an ihr vorbeilief. Dass sie den Nachbarn bekannt ist, zeigte sich auch, als sich einmal zwei Jungs auf Skateboarden lautstark unterhielten, dass man in ihrer Nähe sehr aufpassen muss und die Dame ihren kläffenden Hund auf alles loslässt, was sich bewegt.

Als ich also gestern an ihr vorbeilief und sie eindeutig durch mein Laufen gestört war, musste ich darüber nachdenken, dass diese Dame unglaublich verbittert ist. Ich kenne sie nicht, aber ihre Verbitterung ist meilenweit zu sehen und hören. Ich bin wildfremd und dennoch sehe ich förmlich vor mir, wie sie sich nicht nur über die bösen Läufer und spielenden Kindern aufregt, sondern genauso auch über ihren Ehemann oder ihre Kinder, die sie nie besuchen und die lauten Nachbarn, die nichts Besseres vorhaben als sie in ihrem Frieden zu stören. Diese Dame hat ein ganzes Leben lang negative Gedanken gedacht. Sie hat der Bitterkeit viel Raum in ihrem Leben gelassen. So viel, dass die Bitterkeit nun alles andere überwuchert und nicht nur in ihren Gedanken den ersten Platz eingenommen hat, sondern genauso aus ihr herauswuchert.

Diese Dame zeigt mir ganz eindeutig, wie ich nicht enden möchte. Ich möchte nicht dauerhaft die Welt furchtbar finden, ich möchte mich nicht aufregen, weil sich etwas um mich herum bewegt. Sie hätte genauso gut den wunderbaren Frühlingsanfang genießen können. In der Schrebergärtenanlage waren viele verschiedene Vögel zu hören, die geschäftig dabei waren Nester zu bauen. Von Eichelhäher bis hin zum Rotkehlchen waren sie alle anzutreffen. Sie hätte die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut spüren und tief die frische Luft einatmen können. Sie hätte Krokusse bestaunen können und Narzissen, Primeln und Hyazinthen, überspannt von einem hellblauen Himmel. Doch stattdessen fokussierte sie sich darauf sich über die Jogger aufzuregen, derer es übigens viele in der Anlage gibt. Sie wählte den lange ausgetretenen Pfad des Meckerns.

So anstrengend diese 14 Tage auch waren, so hat mich die Begegnung mit der Dame darin bestärkt mich weiterhin in Dankbarkeit zu üben. Nein, ich habe es nicht jeden Tag geschafft und manchmal ist es mir wie gesagt schwer gefallen. Aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum zu gewinnen oder sich damit zu bürsten besonders dankbar zu sein. Ich möchte einfach lernen eine andere Haltung zu haben. Ich möchte lernen, egal, ob ich nun gerade arbeite oder nicht, dankbar zu sein. Natürlich geht das manchmal leichter, aber ich möchte lernen in jeder Situation das Positive zu sehen. Denn, das habe ich jetzt festgestellt: die eigene Einstellung macht einen großen Unterschied!

Kleines Resümee nach 4 Tagen

Hier nochmal eine kleine Erinnerung, ich übe mich gerade 14 Tage lang in Dankbarkeit im Job. Heute ist der 4. Tag der Challenge, die ich mir selbst gestellt habe. An jedem Tag war eine Frage zu beantworten, hier nochmal die Frage von Tag 2:

Was magst du an deiner jetzigen Arbeitsstelle/im Studium/in deiner Situation?

Ich habe hier auf dem Blog in zwei verschiedenen Beiträgen davon berichtet, warum ich meine Arbeitsstelle mag. Einmal war das zum Einjährigen bei meiner jetzigen Arbeitsstelle, einmal als ich drei Wochen im Urlaub gewesen war und dankbar für meine Vertretung war. Deshalb belasse ich es erst einmal dabei.

Tag 3 bestand aus dieser Frage:

Wer ist dein Lieblingskollege/Lieblingskommilitone/Lieblingsmensch und warum?

Auch hier habe ich schon einmal einen Beitrag verfasst, bei dem ich über meine damalige Lieblingskollegin, noch bevor ich in diesem Unternehmen angestellt war, berichtet habe. Natürlich habe ich mir jetzt Gedanken zu einer heutigen Kollegin gemacht.

Heute lautete die Frage:

Mache dir heute für mitten am Tag (z.B. zum Mittagessen) eine Erinnerung (z.B. auf dem Handy) und überlege dir in dem Moment ganz spontan drei Dinge, für die du dankbar bist.

Dazu möchte ich mich jetzt nicht äußern, das werde ich an anderer Stelle tun, denn mir geht es heute darum ein kleines Fazit zu ziehen. Bringt es was, hat sich etwas verändert, helfen mir diese Fragen dankbarer zu sein?

Mein Antwort lautet heute schon: Ja! Ich finde es spannend zu sehen, dass selbst eine kleine simple Frage, die ich mir im Laufe des Tages immer wieder stelle, bereits zu einer Veränderung führt. Ich empfinde mich schon jetzt ein klitzekleines bisschen positiver, nehme dröge Aufgaben eher mit Schwung und sehe insgesamt dem Tag gelassener entgegeb. Das finde ich sehr wertvoll und begeistert mich. Ich möchte definitiv die 14 Tage komplett durchziehen, sicherlich auch noch länger.

Ich würde mich sehr freuen auch von dir zu hören, wenn du mitmachst, wie geht es dir mit den Fragen, siehst du irgendeine Veränderung?

Tag 1 der 14-Tage-Challenge Dankbarkeit (im Job)

Krokusse

Heute habe ich mit der 14-Tage-Challenge Dankbarkeit (im Job) angefangen. 14 Tage lang möchte ich mich in Dankbarkeit üben, denn wir meckern und jammern viel zu viel. Dazu hatte ich mir 14 Fragen überlegt. Die Frage für heute lautete:

Entferne heute mindestens drei Dinge von deinem Schreibtisch (wegräumen/wegwerfen) und suche dir einen symbolischen Gegenstand, der dich erinnert Dankbarkeit (im Job) zu üben, auch über diese 14 Tage hinaus. Erkläre den Gegenstand.

Klingt einfach, war dann aber doch schwieriger als erwartet. Da habe ich mir ja was eingebrockt. Ich habe nämlich einen ziemlich leeren Schreibtisch. Alles, was sich darauf befindet, brauche ich regelmäßig auch. Wirklich. Es finden sich so klassische Sachen wie Stift, Tacker und Locher. Bestimmte Listen, Nachschlagdokumente oder Kostenstellen, die ich fast täglich im Einsatz habe, genauso wie das Stempelkissen. Da stand ich also heute vor meinem Schreibtisch wie der Depp und musste erst einmal drei Gegenstände finden, die ich nicht brauche. Schwierig. Am Ende wurden es Bilder und alte Broschüren, die ich wegräumte.

Der zweite Teil war dann deutlich einfacher. Ich malte mir ein großes „D“ auf ein weißes Blatt Papier, schnörkelte ein paar Blumen drauf und werde sicherlich in der einen oder anderen Minute noch weiter an meinem Buchstaben malen. Das „D“ steht für Dankbarkeit. Das ist der Grund, warum ich diese Challenge angefangen habe. Ich möchte lernen dankbar zu sein. Vielleicht kann ich es miteinander verbinden. Dass ich, während ich meinen Buchstaben verschönere, meditativ an positive Dinge denke. Vielleicht ist mein „D“ am Ende der 14 Tage dann ganz bunt mit vielen verschiedenen kleinen Details. Mal schauen…

14 Tage Challenge: Wofür bin ich (im Job) dankbar?

Vor einigen Tagen bin ich über die 14-Tage-Challenge von Goldenmelancholy gestolpert. Darin ruft sie auf 14 Tage lang Dankbarkeit mithilfe einer kleinen Frage zu üben. Auch wenn ihre Fragen sehr allgemein gehalten sind (wie z.B. für welchen Ort man dankbar ist), hat mich ihre Grundidee nicht losgelassen. Dankbarkeit ist etwas, was man üben muss.

Insbesondere im Job. Es ist sehr einfach sich über seinen Job aufzuregen. Blöde Projekte, blöde Kollegen, blöder Chef und bekloppter Vorstand. Es gibt immer irgendwas, was scheiße ist. Über seinen Job zu jammern, kann eine Gewohnheit werden. Vielen Menschen ist es zu einer Gewohnheit geworden ohne dass sie es merken. Man trifft sich in der Teeküche und schnackt und irgendwie kommt man unweigerlich darauf zu sprechen was alles schlecht läuft. Ist dir das schon mal aufgefallen? Sich aufzuregen, abzulästern, über Kollegen herziehen, das können wir gut. Es ist wie ein Sog, bei dem man mitgerissen wird und in dem wir schwimmen, was das Zeug hält.

Ich weiß selbst, dass es manchmal gut tun kann, wenn man mal den ganzen Frust loswird. Manchmal kann es helfen, wenn man mit einem Kollegen seines Vertrauens ein Gespräch führt und alles ablädt. Um diese speziellen Gespräche geht es mir hier gar nicht. Worauf ich hier hinauswill, sind diese typischen Teeküchengespräche, wenn zum Beispiel ein Kollege aus einer anderen Abteilung nachfragt wie es läuft und dann ein „Muss ja“ zu hören ist. Wenn auf einmal ein hochkomplexes Problem wegen der einen schnöseligen Kollegen nicht gelöst werden kann oder weil der Vorstand schon wieder zurückgerudert ist und jetzt doch auf einmal alles links soll, was vorher nur rechts richtig war.

Wir sind Weltmeister im Klagen, im Jammern, Meckern und Aufregen. Leider. Und um davon wegzukommen, möchte ich dich einladen an meiner Challenge teilzunehmen. Ich selbst werde diese Challenge am 13. März beginnen und am Ende meine Antworten in einem separaten Beitrag besprechen, vielleicht werden es sogar mehrere Beiträge. Du kannst auch teilnehmen, wenn du nicht arbeitest. Ich habe entsprechende Fragevariationen vorbereitet. Wie auch Goldenmelancholy möchte ich in diesem Beitrag die 14 Fragen auflisten und würde dich bitten jeden Tag nur eine Frage zu beantworten. Wann du startest, ist dir überlassen, du musst nicht unbedingt mit mir zusammen loslegen. Egal wann es bei dir losgeht, ich würde mich freuen, wenn du entweder auf deine Antworten verlinkst und hierauf verweist, du kannst aber auch nur ein Resümee als Kommentar hinterlassen.

Ich freue mich auf euer Mitmachen, hier nochmal genau, was geplant ist:

14-Tage-Challenge, Dankbarkeit (im Job) zu üben

Was: 14 Fragen (siehe unten), die an 14 aufeinanderfolgenden Tagen von dir beantwortet werden. Die Reihenfolge ist relativ egal, ich habe sie chronologisch so sortiert, dass es sich anbietet an einem Montag zu starten falls man arbeitet, aber grundsätzlich gibt es keine Regel, weder zur Abfolge noch Startwochentag.

Start: jederzeit, wann es bei dir passt, ich selbst beginne am 13.03.2017

Am Ende verlinkst du per Kommentar deine Antworten auf deinem Blog und verweist auf diesen Beitrag oder hinterlässt per Kommentar eine Art Resümee

14 Fragen (können hier ausgedruckt werden)

  1. Entferne heute mindestens drei Dinge von deinem Schreibtisch (wegräumen/wegwerfen) und suche dir einen symbolischen Gegenstand, der dich erinnert Dankbarkeit (im Job) zu üben, auch über diese 14 Tage hinaus. Erkläre den Gegenstand.
  2. Was magst du an deiner jetzigen Arbeitsstelle/im Studium/in deiner Situation?
  3. Wer ist dein Lieblingskollege/Lieblingskommilitone/Lieblingsmensch und warum?
  4. Mache dir heute für mitten am Tag (z.B. zum Mittagessen) eine Erinnerung (z.B. auf dem Handy) und überlege dir in dem Moment ganz spontan drei Dinge, für die du dankbar bist.
  5. Welche Aufgabe, die du im Augenblick bearbeitest, macht dir am meisten Spaß und warum?
  6. Nenne drei positive Eigenschaften, die deine Firmenkultur/Unikultur/eigene Arbeitsweise ausmachen.
  7. Drucke dir ein farbenfrohes Motiv aus, z.B. hier und schreibe diesen Satz zu Ende: Ich mag meine Arbeit/mein Studium/meine Situation, weil… (zur Not geht natürlich auch ein einfaches Blatt Papier). Hänge das Blatt gut sichtbar an deinem (Arbeits-)tisch auf.
  8. Spiele heute Raucherpause. Stehe mitten in einer Aufgabe, die du bearbeitest, auf und gehe für 5 Minuten an die frische Luft.
  9. Schreibe drei positive Dinge auf, die heute bei der Arbeit/im Studium/in deinem Alltag passiert sind.
  10. Gehe heute auf die Person von Frage Nr. 3 zu und sage ihr/ihm, warum du sie/ihn magst. Schreibe auf, wie du dich danach fühlst.
  11. Beschreibe eine Situation, die bei der Arbeit/im Studium/im Alltag heute passiert ist, die dich positiv überrascht hat.
  12. Was hat dich heute bei der Arbeit/im Studium/im Alltag glücklich gemacht?
  13. Auf welches (Arbeits-)Projekt, das du in den letzten drei Monaten gestartet/beendet hast, bist du stolz?
  14. Überlege dir drei Dinge, die du an deinem Chef/Professor/Sachbearbeiter Arbeitsamt/Partner/guten Freund magst.