Teil 2

In meinem letzten Blogeintrag habe ich zwei Tipps mitgegeben, die ich seit meinem Studienabschluss 2009 im Bewerbungsprozess gelernt habe. Nun folgt

Teil 2 an weiteren Tipps

3. Ziehe niemals Kleidung zum Vorstellungsgespräch an, in der du dich nicht wohlfühlst. Es wird ja viel in der Ratgeberliteratur darüber geschrieben, was man anziehen sollte und was nicht. Insbesondere, wenn man im späteren Arbeitsleben recht leger unterwegs ist, wie es oft in klassischen Berufen für Geisteswissenschaftler üblich ist, stellt man sich bei einer Einladung zum Vorstellungsgespräch die Frage, was man anziehen soll. Ein klassischer Hosenanzug oder Kostüm kann da manchmal zu viel des Guten sein. Andererseits kann es auch nicht falsch sein lieber etwas overdressed zu erscheinen als underdressed. Welche Kleidung passend für das jeweilige Gespräch ist, muss individuell geklärt werden und ist nicht Inhalt dieses Eintrags.

Mir geht es vielmehr um die psychische Komponente. Nehmen wir mal mich als Beispiel. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Kleidern und Röcken ziemlich auf Kriegsfuß stehe. Nur zu ganz besonderen Anlässen, wie zum Beispiel einer Hochzeit, zwänge ich mich in ein Kleid. Wenn es nur irgendwie möglich ist, trage ich lieber Hosen in allen Variationen. Ich habe mich schon deutlich gebessert und trage im Sommer an sehr heißen Tagen durchaus mal ein Sommerkleid, aber grundsätzlich sind mir Hosen einfach lieber.

Als ich mein letztes Vorstellungsgespräch hatte, stand ich vor der Frage, ob ich einen Rock mit Bluse oder lieber doch einen Hosenanzug anziehen sollte. Ich befragte also meine Freundinnen, verschickte Fotos mit verschiedenen Outfits und ließ mich beraten. Eine Freundin meinte, dass man es mir ansehen würde, dass ich mich im Hosenanzug wohler fühle. Dem stand die Aussage einer anderen Person gegenüber, die meinte, dass ich diesen Hosenanzug schon seit Jahr und Tag trage und sie mich im Rockoutfit einfach erfrischender fand.

Ich musste also entscheiden. Und ich entschied am Ende für den Hosenanzug.

Warum? Weil ich beim Betrachten der Bilder, bei denen ich die verschiedenen Outfits anhatte, feststellte, dass ich tatsächlich entspannter im Anzug wirkte, sogar auf einem Foto lächelte, während ich bei den Bildern im Rock irgendwie steif da stand. Ich hatte das nicht beabsichtigt, ich hatte die Bilder einfach schnell geschossen, um sie an meine Freundinnen weiterzuleiten, ich hatte nicht auf meine Mimik geachtet, sondern nur zugesehen, dass das jeweilige Outfit gut zu sehen war.

Und das bringt mich wieder zurück zur Aussage, dass man zum Vorstellungsgespräch immer Kleidung anhaben sollte, in der man sich wohlfühlt. Unbewusst hat das Auswirkungen auf das Gespräch, da bin ich mir sicher. Es sollte Kleidung sein, an der man nicht herumzupfen muss, keine Angst hat, dass irgendwas herumrutscht, knistert oder kratzt und natürlich sollte man alle Sachen frisch gewaschen und gebügelt haben. Sollte man sich neue Schuhe gekauft haben, sollte man sie vorher wenigstens ein paar Tage in der Wohnung tragen, damit man nicht humpelnd zum Gespräch erscheint, weil man sich eine Blase gelaufen hat. Aber am wichtigsten ist, dass man sich wohlfühlt und nicht verkleidet fühlt, denn ansonsten wird es mein Gegenüber merken.

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2 Gedanken zu “Teil 2

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