Was ich mir seit 2009 mitgenommen habe Teil 1

Ja, ich habe 2009 meinen Magisterabschluss gemacht. Fünf, bald schon sechs Jahre ist es her. Habe circa 25 Vorstellungsgespräche als Bewerber mitgemacht und 140 Bewerbungen seitdem geschrieben, drei verschiedene Festanstellungen gehabt und auch jahrelang als Selbstständige gearbeitet.

Wie bei so vielen Geisteswissenschaftlern, so ist auch mein Berufseinstieg holprig und voller Umwege gewesen. Zwar ist mir heute um einiges klarer, was ich will und kann und wohin die Reise gehen soll, aber Fehler habe ich bei dieser Reise zahlreiche gemacht.

An dieser Stelle also ein Sammelsurium von dem, was ich aus meinen Fehlern gelernt habe und an Tipps gerne weitergebe:

Teil 1

1. Speichere jede Stellenanzeige, auf die du dich beworben hast, komplett vom Firmenlogo bis hin zur Ansprechperson ganz am Ende der Anzeige in z.B. einem Word-Dokument ab. Füge immer auch das Datum ein, an welchem Tag du die Bewerbung abgeschickt hast.

Warum? Weil ich es schon oft erlebt habe, dass die Stellenanzeige online nicht mehr einzusehen war, wenn ich endlich, oft nach Wochen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Nichts ist peinlicher als wenn man gar nicht mehr so genau weiß, worauf man sich beworben hat. Es ist dann sehr schwierig sich konkrete Fragen zur Position zu überlegen als auch sich überzeugend darzustellen, wenn man sich nicht sicher ist, welche Kompetenzen und Qualifikationen gefragt waren.

Wenn man sich die Stellenanzeigen speichert, hat man außerdem ein tolles Analysetool. Zum Beispiel, um zu sehen wie lange die Firmen im Durchschnitt brauchen, um zu antworten, welche Stellen einen ansprechen und welche Schlagwörter oder Jobbezeichnungen immer wieder auftauchen, über welche Weiterbildungsangebote man vielleicht nachdenken sollte und natürlich, wie viele Bewerbungen man überhaupt geschrieben hat.

2. Sei aktiv auf deine Art, aber sei aktiv. Das hört sich pathetisch an, ist es aber gar nicht. Ich habe eine Weile versucht auf Jobmessen meinen Lebenslauf an den Mann zu bringen. Bin damit aber irgendwie nicht zurechtgekommen und war dann über lange Strecken nur im Internet auf der Suche, allein vor meinem Rechner.

Irgendwann habe ich aber festgestellt, dass das leider wenig bringt, weil meine Bewerbung unter den vielen anderen oft untergegangen ist. Vitamin B, wie es in so vielen Artikeln und Einträgen für die Jobsuche beschwört wird, hatte ich mit meiner Internetsuche also nicht. So habe ich für mich Xing und Linkedin entdeckt.

Insbesondere über Xing habe ich dann Leute in meiner Stadt gesucht, die in meinem gewünschten Berufsfeld arbeiten und sie einfach angeschrieben. Ob sie sich auf einen Kaffee mit mir treffen würden, weil ich gerne genauer erfahren würde wie ihr Berufsalltag aussieht. Ja, es waren alles wildfremde Leute und es gibt erstaunlich viele, die sich darauf einlassen.

Wichtig war mir dabei nicht als Bittsteller zu dem Treffen zu gehen, sondern mehr über das Berufsfeld zu erfahren, wie die betreffende Person selbst dazu gekommen ist darin zu arbeiten und was ihre täglichen Aufgaben sind. Mein Ziel war es, zu sehen, ob meine Erwartungen der Realität entsprechen und außerdem zu erfahren, ob ich überhaupt mit meinen bisherigen Erfahrungen und Kompetenzen eine Chance habe oder ob ich eventuell vorab mir noch weitere Qualifikationen aneignen muss, bevor ich an eine Bewerbung denken kann.

Warum? Ich weiß, dass es nicht jedermanns Sache ist wildfremde Leute über soziale Internetportale anzuquatschen, in gewisser Weise muss es einem egal sein, was die Leute von einem denken. Aber ich kann bestätigen, dass ich über diesen Weg an mindestens eine meiner Festanstellungen gekommen bin. Bei mir hat das Prinzip „Mehr Augen sehen mehr“ gefruchtet. Kommentarlos hat mir eine dieser Xing-Bekanntschaften eine Stellenanzeige weitergeleitet, die sie selbst nicht interessiert hat, aber netterweise an mich weitergeleitet hat. Ich habe diese Stellenanzeige versucht zu googlen, aber habe sie nirgendwo gefunden. Hätte diese Person sie mir nicht weitergeleitet, hätte ich nie davon gewusst und mich entsprechend auch nicht bewerben können. So aber konnte ich im Vorstellungsgespräch punkten und schlussendlich die Stelle antreten.

Überlege dir also wie du aktiver sein kannst und nicht nur den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt. In welchem Kontext traust du dich Leute anzusprechen? Egal, ob im Verein, bei der Ausübung seines Hobbies oder vielleicht per Couchsurfing oder Mitfahrgelegenheit, irgendwann musst du dich aufraffen und Menschen ansprechen, auf irgendeine Art – deine Art und ein berufliches Netzwerk aufbauen.

Advertisements

4 Gedanken zu “Was ich mir seit 2009 mitgenommen habe Teil 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s