Von der Kunst beim Kaffeetrinken zu netzwerken

Netzwerken, das ist ein Schlagwort. Ich habe zwar schon einmal hier davon berichtet, aber würde gerne nochmals ausführlicher darauf eingehen. Wie ich eine Art zu netzwerken für mich entdeckt habe: beim lockeren Gespräch beim Kaffee mit Menschen, die ich per Xing angequatscht hatte.

Grundsätzlich muss man wissen, dass ich ein sehr offener und neugieriger Mensch bin. Ich finde es spannend Menschen zu beobachten und finde es zum Beispiel eine tolle Zeitbeschäftigung mich in ein Straßencafé zu setzen und mir auszumalen, was für Lebensgeschichten die einzelnen Menschen haben, die an mir vorbeihuschen oder aber am anderen Tisch eine Tasse Tee genießen oder aber dauerbeschäftigt mit ihrem iPhone sind.

Mir macht es nichts aus, wenn mich jemand seltsam findet, ich habe keine Scheu wildfremde Menschen anzuquatschen. Zumindest virtuell nicht. Und diese Fähigkeit habe ich bei meinen letzten zwei Jobsuchen eingesetzt. Ich habe nämlich gezielt über Xing angefangen Leute anzuquatschen. Mit einem Ziel. Ich wollte nämlich Leute in meiner Stadt kennenlernen, die in meinem Wunschberufsfeld arbeiten. Ich wollte gerne wissen wie sie selbst dazu gekommen sind in diesem Feld zu arbeiten, ich wollte hören was sie so Tag für Tag machen und welche Aufgaben ihnen ganz viel Spaß machen und welche nicht. Dazu habe ich eine kleine Nachricht vorbereitet, die ich ihnen über Xing dann zugeschickt habe. In dieser Nachricht habe ich mich kurz vorgestellt und gefragt, ob sie bereit wären sich auf einen Kaffee mit mir zu treffen und aus ihrem Berufsalltag zu plaudern.

Man glaubt es kaum, aber es lassen sich viele darauf ein. Wildfremde Leute, die mich vorher nicht kannten. Manchmal war die erste Reaktion leicht kritisch oder misstrauisch, was ich auch nicht verübeln kann. Ich habe dann immer versucht klar zu machen, dass ich wirklich nur an einem informellen Austausch zu dem Berufsfeld interessiert bin. Denn das ist ganz wichtig, dass man nicht als Bittsteller zu diesen Treffen geht, sondern mit ehrlichem Interesse.

Die Treffen waren unterschiedlich. Manchmal relativ kurz von etwa einer halben oder dreiviertel Stunde, manchmal zwei oder drei Stunden. Alle Personen haben mir sehr bereitwillig erzählt wie sich ihr Berufsalltag gestaltet und mir ehrlich Feedback gegeben, ob ich mit meinen Qualifikationen eine Chance hätte. Aus einigen wenigen dieser Gespräche ist auch eine Freundschaft entstanden, andere habe ich nie wieder gesehen.

Aber, und deshalb sind mir diese Kaffee-trinken-Netzwerk-Treffen so viel wert, zwei Mal bin ich dadurch an eine Stelle gekommen. Einmal hat mir eine dieser Xing-Bekanntschaften unaufgefordert ein Stellenangebot weitergeleitet, auf das ich mich dann beworben und schließlich die Stelle bekommen habe. Ich habe versucht dieses Stellenangebot zu dem Zeitpunkt zu googlen, aber nicht gefunden.

Ein anderes Mal konnte ich 300 Mitbewerber ausstechen, weil meine Xing-Bekanntschaft in der gleichen Firma arbeitete und ich deshalb nicht die erste Hürde hatte und gleich eingeladen wurde.

Das finde ich eine ziemlich gute Bilanz, oder?

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9 Gedanken zu “Von der Kunst beim Kaffeetrinken zu netzwerken

  1. Hallo Jenny,

    hier ist Jessika vom ChapterOneMag. Ich habe gleich mal ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und bin über diesen spannenden Beitrag gestolpert. Xing beschäftigt mich derzeit auch sehr, weil ich momentan recht erfolgreich Kunden über das Netzwerk akquiriere und zusätzlich auch andere spannende Kontakte entstehen. Ich bin immer wieder verblüfft, wie lebendig die Plattform doch ist (damit hatte ich gar nicht mehr gerechnet). Dein Artikel zeigt einmal mehr, dass es sich für alle (egal ob Selbstständige oder Festangestellte) lohnt, hier aktiv zu werden und ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. Wer immer nur darauf wartet, dass etwas Gutes passiert, wird nie so richtig vom Fleck kommen.

    Danke für deine Inspiration und viele liebe Grüße aus Erfurt,
    Jessika

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