Vorstellung Mentorenprogramm für Geisteswissenschaftler

Heute möchte ich gerne ein Mentorenprogramm für Geisteswissenschaftler vorstellen, bei dem ich ehrenamtlich mitmache. Ziel dieser Initiative ist, dass entweder noch studierende oder arbeitssuchende Geisteswissenschaftler sich mit berufstätigen Geisteswissenschaftlern austauschen können. Wie der Austausch stattfindet, wird von Mentee und Mentor zwanglos gemeinsam bestimmt. Auch auf die Länge, Art und Häufigkeit der Treffen einigen sich beide, nachdem sie sich per Plattform kontaktiert haben.

Als ich mich selbst als Mentorin bei der Plattform angemeldet habe, musste ich schlucken, als ich Einsicht in die Menteeprofile bekam. In anonymisierter Form kann man einsehen wer was studiert hat und aus welchen Gründen sich gerne mit einem Mentor austauschen möchte. So viele, die schon einiges an Berufserfahrung gesammelt hatten, so viele, die älter waren als ich! Deshalb habe ich direkt nach der Anmeldung überlegt mich gleich wieder abzumelden, denn soooo viel Berufserfahrung habe ich nun auch wieder nicht (je nachdem wie man zählt zwischen 6-8 Jahren).

Ich hab mich dann aber doch nicht gleich wieder abgemeldet. Zunächst, weil ich ein sehr neugieriger Mensch bin und es immer wieder spannend finde zu hören warum sich jemand entschieden hat Geisteswissenschaften zu studieren und wohin die Reise im Anschluss ans Studium ging/geht. Ich habe mich auch deshalb darauf eingelassen, weil mein eigener Berufseinstieg nicht der glücklichste war und weil ich mich damals sehr gerne ausgetauscht hätte mit jemanden, der/die schon ein weniger länger dabei ist. Und auch wenn ich anscheinend eine der jüngeren Mentorinnen bin, habe ich mich getraut Mentees zu kontaktieren und meine Hilfe anzubieten. Per Telefon, E-Mail oder auch in Persona. Mir gibt es viel, wenn ich Tipps mitgeben kann oder schlicht von meinem holprigen Einstieg oder Flickenteppich an Berufserfahrung berichten kann. Sicherlich spielt es auch eine Rolle, dass ich pädagogisch ausgebildet bin und aus einer Lehrerfamilie stamme.

Ich hoffe, dass die Plattform des Wissenschaftsladen Bonns (hier eine Erklärung, was das ist) noch bekannter wird und sich mehr trauen sich als Mentor statt Mentee anzumelden. Denn fast alle Mentees, mit denen ich mich bisher ausgetauscht habe, haben mir bestätigt, dass für sie am wichtigsten war, dass es da jemand gab, der/die sich in sie hineinversetzen konnte oder schlicht gesagt Geisteswissenschaftler war und ähnlich kämpfen musste in der Berufswelt Fuß zu fassen. Dazu muss man nicht wer weiß was für Qualifikationen oder schon 15 Jahre Berufserfahrung mitbringen.

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