Oh, wie lieben wir die Zahlen!

Es war in letzter Zeit wieder einmal stiller hier auf dem Blog. Neben privaten Gründen war insbesondere ein Faktor der Grund dafür: Excel.

Bei meinem jetzigen Job brauche ich Excel, fast täglich. Nicht nur zur Datenpflege, sondern auch, um Statistiken und Berechnungen zu erstellen. Wie die meisten Geisteswissenschaftler hatte ich aber bisher eher kaum Berührungen mit Excel. Ja, klar, die Grundrechenarten, hier mal eine Summe und ähnliches, das kriege ich auch gerade noch so mit Excel hin. Diverse Listen habe ich auch schon führen müssen. Aber so wie jetzt, wo es definitiv viel zu zeitraubend wäre, wenn ich alles händisch erledigen würde und nicht schnell mal eine Formel eingebe oder per SVerweis auf andere Excellisten zugreife, das hatte ich bisher noch nicht.

Also habe ich das ganz schnell meiner Chefin gesagt, dass meine Excelkenntnisse nicht gerade die besten sind. Zum Glück hatten wir nie über Excel gesprochen während der Vorstellungsgespräche, man konnte mir also auch nicht anlasten unehrlich gewesen zu sein. Und zum Glück war meine Chefin sehr verständnisvoll und hat mir kurzerhand freie Fahrt gegeben mich im Excelbereich fortzubilden. Zunächst für ein Jahr, danach wird man nochmal schauen müssen, ob ich noch mehr Bedarf habe.

Deshalb sitze ich jetzt oft nach Feierabend zu Hause vor dem Rechner und lerne Excel mit einem Trainingsprogramm, bei dem man per Video Aufgaben zu lösen hat und jeden Schritt dafür genau erklärt bekommt, bevor man ganz am Ende die Musterlösung präsentiert bekommt. Video anschauen, anhalten, die Exceltabelle wieder ein wenig ändern, wieder üben, ausprobieren, nächstes Video anschauen. Genauso wie ich früher mal stundenlang Klavier geübt habe für die Aufnahmeprüfung an diversen Musikhochschulen, glaube ich, dass ich nur dann besser in Excel werde, wenn ich es einfach immer wieder und wieder übe und anwende.

Wenn ich ganz ehrlich bin, war ich am Anfang nicht so begeistert als ich festgestellt habe, dass ich bei meinem jetzigen Job so viel Excel verwenden muss. Mir war klar, dass ich da eine Lücke hatte und dass ich also viel in meinen neuen Job würde investieren müssen. Zu lernen bedeutet nämlich auch immer Anstrengung. Außerdem schien mir Excel so ein Buchhaltertool, so etwas Dröges und Langweiliges, womit ich eigentlich nicht wirklich etwas zu tun haben wollte.

Jetzt, nach ungefähr einem reichlichen Monat Excelübens, muss ich jedoch gestehen, dass ich langsam Spaß an der Sache bekomme. Es war mir früher immer ein Rätsel, wenn ich der Spezi Mensch begegnet bin, die irgendwie alles immer in Excel festhielt. Da zog ich doch definitiv Word vor, vertraut von den vielen Hausarbeiten, die ich als Studentin schrieb. Das Wort ist einem Geisteswissenschaftler natürlich wesentlich vertrauter als die Zahl. Doch je mehr ich in Excel eintauche, desto mehr begreife ich, was für eine Rechenhilfe es darstellt und wie bequem es doch ist, wenn man eben nicht alles wieder neu eingeben muss, sondern einfach per Formel auf alte Daten verweisen kann. Abgesehen von den kuriosen Berechnungen von Mittelwert, Zählenwenn und sonstigen Berechnungen, zu denen Excel fähig ist.

Ja, ich wurde gezwungen mich in Excel hineinzudenken, einzutauchen. Sicherlich wäre ich nie von selbst auf die Idee gekommen Excel intensiver zu lernen, auch wenn es sich in jedem Fall gut im Lebenslauf macht, wenn man darin Experte ist. Es war Zwang, aber mittlerweile macht es mir Spaß. Und gibt mir zu denken. Dass Geisteswissenschaftler mit ihrer ständigen Beschäftigung mit dem Wort verlernen Spaß an Zahlen und Berechnungen zu haben. Und sicherlich zu Unrecht Angst davor haben. Auch wenn Zahlen sich ganz anders verhalten als Worte, kann man mit ihnen auch allerlei interessante Dinge in Excel anstellen.

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