Meine Branchenwechsel

Ich wurde neulich gefragt, warum ich eigentlich so oft die Branche gewechselt habe. An dieser Stelle erkläre ich, warum die meisten meiner Stellenwechsel extern bedingt waren. Hier kann man nachlesen wie mein Berufseinstieg grundsätzlich verlaufen ist und warum ich mich jetzt in der Personalabteilung wohlfühle. Aber ein Stellenwechsel ist natürlich nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem gleichzeitigen Branchenwechsel. Ich versuche mich mal zunächst mit einer Auflistung, was ich alles schon gemacht habe (abgesehen von Ferienjobs und kürzeren Praktika):

  • Sprachtrainerin und Dozentin für Englisch und Deutsch als auch später pädagogische Leiterin einer Sprachschule
  • Freischaffende (Jazz-)Pianistin
  • Zunächst im Dienstleistungsbereich und später auf Personalseite im Bereich Relocation und Global Mobility und als Koordinatorin für ein Jugendaustauschprogramm

Das sind definitiv drei verschiedene Branchen, wenn man so will auch vier verschiedene, wenn man Personal nochmal als eine weitere Branche zählt. Und auch wenn diese Branchen sehr unterschiedlich sind, so gibt es für mich ganz viele Verknüpfungen. Denn für mich sind es eher die Fähigkeiten, die zählen. Statt zu fragen warum ich die Branchen gewechselt habe, geht es für mich viel mehr um die Frage, welche Fähigkeiten stärker im Vordergrund stehen. Denn es sind nun mal mehrere Fähigkeiten, die für mich wichtig sind:

  • Zunächst die Sprachen: das ist bei mir schon biografisch bedingt. Als Kind in Uruguay und USA gewohnt, aber Tochter deutscher Eltern war es für mich normal, dass man gleichzeitig mehrere Sprachen sprach. Mit meinen Eltern redete ich immer und überall deutsch, mit meiner Schwester zunächst deutsch und irgendwann spanisch, dann nach einiger Zeit in USA englisch und nach Umzug nach Deutschland ein Kauderwelsch aus allen drei Sprachen. Sprachen und Internationalität wurden mir sozusagen in die Wiege gelegt. Und erklärt, warum ich mich entschied Sprachen zu studieren. Sprachen waren bisher in allen Branchen sehr wichtig bis auf den Bereich Musik. Im internationalen Kontext zu arbeiten, egal, ob ich nun Sprachschüler vor mir sitzen oder aber mit aller Welt zu telefonieren hatte, interkulturelles Verständnis und Sprachkenntnisse waren wichtige Voraussetzungen und von der Branche unabhängig.
  • Musik ist ein Bereich, den man gerne isoliert betrachtet, aber für mich ist Musik gleichzeitig Ausdruck von Kreativität. Natürlich ist es eine andere Art von Kreativität, wenn ich ein neues Stück komponiere oder in einer Jazzband ein Solo improvisiere. Aber auch als Sprachtrainerin musste ich kreativ sein, wenn ich Konzepte zu entwickeln hatte oder neues Material entwarf. Auch bei meinem jetzigen Job ist es hilfreich, wenn man mal ganz andere Wege ausprobiert oder in ungewöhnlichen Bahnen denkt. Natürlich ist der Anteil an Kreativität jetzt geringer, aber dennoch brauche ich diese Fähigkeit weiterhin.
  • Auch wenn man es den meisten Jobbezeichnungen nicht ansieht, so hat auch die Organisation und Koordination von Prozessen für mich immer einen hohen Stellenwert gehabt. Gerade im Bereich Global Mobility, wo es viele Komponenten eines großen Überseeumzugs zu koordinieren gilt, zählt die Fähigkeit im Chaos nicht den Überblick zu verlieren und die Prozesse zur richtigen Zeit anzustoßen und an die richtigen Personen zu kommunizieren. Nicht umsonst fand sich auch einmal der Begriff „Koordinatorin“ in meiner Jobbezeichnung wieder.

Deshalb empfinde ich meine Branchenwechsel nicht als so extrem wie sie vielleicht von außen wahrgenommen werden. Ja, es sind verschiedene Branchen, aber schlussendlich finden sich immer wieder die oben genannten Fähigkeiten wieder. Gerade weil es so schwierig ist für Geisteswissenschaftler nach einem konkreten Berufsfeld zu suchen, habe ich mich bei der Stellensuche davon leiten lassen welche Fähigkeiten in dem Beruf gefragt waren. Wenn Sprachkenntnisse, Internationalität, Kreativität und Koordinations- und Organisationsfähigkeit verlangt wurde, war das für mich Grund genug gerne auch mal die Branche zu wechseln.

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4 Gedanken zu “Meine Branchenwechsel

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