5x Danke

Ich war drei Wochen im Urlaub. Das hat man hier auf dem Blog auch gemerkt, es war ziemlich still. Nun bin ich wieder zurück, seit Montag heißt es also wieder früh aufzustehen und per Fahrrad oder U-Bahn ins Zentrum zu fahren. „Und, was ist so passiert, was gibt es Neues?“, diese Frage habe ich die letzten Tage vermehrt gestellt. Hab mir den neusten Tratsch angehört und die letzte große Aufregung, kuriose Anekdoten, dem üblichen Wahnsinn des Arbeitslebens gelauscht. Und dabei mal wieder festgestellt, dass ich meine neue Firma mag. Im Juni wird es genau ein Jahr sein, dass ich hier angefangen habe. Und habe heute Lust fünf Dinge aufzuschreiben, warum ich hier gerne arbeite.

Nr. 1: Es gab eine solide Vertretung für mich während des Urlaubs. Ich hatte zwar einige hundert E-Mails im E-Mailfach, aber sie wurden bearbeitet, gelesen, die meisten konnte ich einfach ad acta legen als auch mich darüber freuen, dass meine Fälle und Aufgaben weiter bearbeitet wurden und teilweise abgeschlossen waren. Es mag sich zwar lachhaft anhören, aber ich habe auch schon bei Arbeitgebern gearbeitet, wo es keine Vertretung gab. Da ist vor dem Urlaub und nach dem Urlaub der Stresspegel so hoch, dass ich mich manchmal schon gefragt habe, ob es überhaupt sinnvoll ist wegzufahren, da man genau weiß, dass die Berge Arbeit mit jedem Tag Urlaub größer werden.

Du weißt nicht, was du im Vorstellungsgespräch fragen sollst? Frag, wie es mit der Vertretung deiner Stelle geregelt ist. Das sollte man entweder im Vorstellungsgespräch oder direkt in der ersten Arbeitswoche klären, denn das ist ein Thema, bei dem viel Frust und Streit entstehen kann.

Nr. 2: Die Kuriositäten, die einem begegnen. Meine Firma hat sich unter anderem „eigenwillig“ auf ihre Fahnen geschrieben. Ich hab im Vorstellungsgespräch gefragt wie man sich so etwas als Motto aussuchen kann. Denn zumindest in meinem Bekanntenkreis ist „eigenwillig“ nicht unbedingt nur positiv belegt. Meine Firma macht Dinge oft anders, individuell und entsprechend gibt es auch markante Persönlichkeiten. Sicherlich hat es auch damit zu tun, dass ich in der Abteilung Global Mobility arbeite (hier erkläre ich, was das bedeutet), warum es immer Anekdoten jeglicher Couleur zu erzählen gibt, aber grundsätzlich finde ich es toll, dass jeder akzeptiert wird. Genormt ist ein Wort, das man hier nicht antrifft.

Nr. 3: Dass mir als Geisteswissenschaftlerin eine Chance gegeben wurde. Ich war schon kurz davor gewesen aufzugeben. Mir war ja schon lange klar gewesen, dass ich von bestimmten Sachen absolut keinen blassen Schimmer hatte. Aber ich war bereit zu lernen. Ich wollte lernen. Aber ich hatte den Eindruck, dass viele Firmen genau dazu nicht bereit waren.

Deshalb hätte ich meine jetzige Chefin küssen können als sie im Vorstellungsgespräch meinte, dass ich das ja lernen könne. Nachdem ich klipp und klar gesagt hatte, dass ich keine Ahnung hatte und meine Karten offen auf den Tisch gelegt hatte. Ich habe nichts verschleiert, ich war ehrlich und die Firma wollte mich trotzdem oder gerade deshalb. Dafür bin ich dankbar.

Nr. 4: Die leckere Kantine. Ich war drei Wochen in Südamerika, in Argentinien und Uruguay, den Rindfleischmeistern der Welt. Ja, ich habe Unmengen an saftigem Rindfleisch gegessen, habe dabei zugesehen wie ein Steak oder Rippchen auf dem Kohlegrill gebrutzelt wurden, bevor sie mir frisch serviert wurden. Und doch habe ich mich wieder auf die firmeninterne Kantine gefreut. Das hatte ich vorher noch nie. Es gibt nicht viele Kantinen, die auf Fertigsoßen und Künstlichkeit verzichten und liebevoll alles frisch zubereiten.

Nr. 5: Die Herzlichkeit, mit der neue Mitarbeiter integriert werden. Man fühlt sich schnell zu Hause. Man merkt es einfach immer noch. Es ist ein Familienunternehmen. Da habe ich in kleineren Firmen schon wesentlich länger gebraucht, um hinter die Hackordnung zu kommen.

Deshalb danke, ich bin weiterhin gerne dabei.

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4 Gedanken zu “5x Danke

  1. prima, dass Du eine so tolle Firma gefunden hast, die Dir sogar den nötigen Raum gibt, um Dich weiterentwickeln zu können. Solche Posts lassen mich doch noch an Happy Ends glauben :-). Weiterhin alles Gute in Deinem neuen Unternehmen. Viele Grüße von Charlotte

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