Ich bereue, nicht…

In New York wurde einen Tag lang an einem öffentlichen Platz eine große Schreibtafel aufgestellt mit der Überschrift „What is your biggest regret?“ Kreide wurde bereitgelegt und es dauerte nicht lange und schon fanden sich die ersten, die schrieben, was sie in ihrem Leben bisher am meisten bereuten. Die Personen wurden dabei gefilmt, teilweise auch noch kurz interviewt und am Ende stellte man fest, dass ein Wort immer wieder in den Antworten auftauchte: „not“. Statt zu sagen, was sie in ihrem Leben falsch gemacht hatten, gaben viele an eine Chance oder einen Traum verpasst zu haben oder zu viel Angst gehabt zu haben einen bestimmten Weg einzuschlagen. Etwas nicht oder nie gemacht zu haben überwog eindeutig gegenüber den Antworten, die angaben etwas falsch gemacht zu haben. Wer mag, kann sich das komplette Video hier anschauen.

Mich hat das Video zum Nachdenken angeregt. Ich habe schon immer gerne Listen geführt Deshalb gibt es bei mir auch eine Liste mit Dingen, die ich unbedingt in meinem Leben gemacht haben möchte. Auf dieser Liste stand zum Beispiel auch, dass ich unbedingt nochmal mein Geburtsland Uruguay sehen wollte. Das kann ich nun nach dem letzten Urlaub endlich von meiner Liste streichen. Nach mehr als 20 Jahren habe ich es tatsächlich geschafft zu sehen wo ich einmal als Kind gelebt habe.

Meine Liste ändert sich manchmal, Prioritäten verschieben sich oder die Umstände werden anders. Aber als ich das Video aus New York anschaute, dachte ich mir, ja, uns fehlt es ganz oft an Risikobereitschaft. Wir trauen uns nicht aus bekannten Bahnen auszubrechen. Lieber arbeiten wir weiter in einem Job, bei dem wir gemobbt werden und in dem es uns eigentlich schon ziemlich lange schlecht geht, als dass wir uns aufraffen und anfangen zu bewerben. Schlimmer noch, freiwillig würden wir nie kündigen, denn das würde ja bedeuten, dass man in der Luft hängt. Lieber leben wir damit, dass wir Plan B umsetzen, als das wir alles auf die Karte A setzen, obwohl wir schon seit Kindesbeinen davon träumen.

Deshalb habe ich diese Liste. Um mir zwischendurch immer wieder vor Augen zu führen wovon ich träume. Um nochmal zu schauen, ob ich mich zu sehr im Hamsterrad bewege. Um die Vogelperspektive einzunehmen, wenn mich der Alltag zu sehr in Beschlag nimmt und ich von Kleinigkeiten weggespült werde. Es tut gut zwischendurch innezuhalten und sich zu fragen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.

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