Tabuthema Trauern bei Arbeitsverlust

Silke ruft in ihrem Blog „In lauter Trauer“ auf, heute über das Thema Trauer in seinen verschiedenen Facetten nachzudenken. Heute, weil heute der Geburtstag ihres Partners Julian ist, der vor vier Jahren aus ihrem Leben gerissen wurde, als er in Nepal plötzlich umkippte und verstarb.

Über Trauer, Tod und Verlust zu sprechen, fällt vielen Menschen sehr schwer. Oft fehlen die Worte, es kommen nur noch Worthülsen zum Vorschein und es gibt betretenes Schweigen. Das ist natürlich besonders der Fall, wenn jemand stirbt. Das gilt aber auch, wenn man seine Arbeitsstelle verloren hat. Auch hier gibt es viele Worthülsen a la „Das wird schon wieder!“, „Bald findest du was!“ oder noch schlimmer „Ich beneide dich, jetzt kannst du endlich ausschlafen!“, die einen verfolgen, wenn einem gekündigt wird.

Ich werde nie vergessen wie ich bei meinem ersten Job nach meinem Uniabschluss vom Chef herbeizitiert wurde und er mir mitteilte, dass meine Stelle gestrichen wurde. Ironischerweise war ich zum Termin mit einem Vorschlag erschienen wie man das Jugendprogramm, das ich koordinierte, noch bekannter machen konnte. Ursprünglich war der Termin angesetzt für die Ausarbeitung der Marketingtour. Vielleicht erklärt es, warum ich sehr lange im Gespräch brauchte bis mir dämmerte, was mein Chef gerade versuchte mir mitzuteilen. Ich war wie vor dem Kopf gestoßen. Als das Gespräch beendet war, ging ich zurück ins Büro zu meiner Kollegin und packte stumm meine Sachen. Es war gerade mal 10 Uhr morgens, aber an diesem Tag wollte und konnte ich nicht mehr arbeiten. Ich erzählte meiner Kollegin kurz und knapp, dass mir gekündigt worden war und dass ich jetzt nach Hause gehen würde. Sie nickte, ähnlich fassungslos wie ich, und ich verschwand.

Ich fühlte mich wie ein Roboter. Ich kann mich kaum an die nächsten Wochen erinnern. Irgendwie schaffte ich es weiterhin zur Arbeit zu gehen, aber jetzt machte ich so gut wie nichts und schloss nur noch halbherzig einige Sachen ab. Man wollte mich hier nicht, warum sollte ich Energie reinstecken in etwas, was sowieso für die Katz war. Auch wenn mein Chef mir versuchte zu erklären, dass es finanzielle Gründe waren, warum meine Stelle gestrichen wurde und es nichts mit meiner Arbeitsweise zu tun hatte, ich war betäubt und geschockt. Ich fing an auf Arbeit auf Stellensuche zu gehen, es war mir völlig egal, was meine Kollegen von mir hielten, denn lange würden sie mich nicht mehr erleben.

Irgendwann war es dann wirklich soweit, mein letzter Arbeitstag kam, ich ging, sehr leise und kaum einen interessierte es. Ich suchte also Zuflucht bei meinem Mann, meiner Familie und Freunden und versuchte mich aufzuraffen wieder Bewerbungen zu schreiben. Denn das ist das schlimme bei einer Kündigung, es bleibt einem kaum Zeit wirklich zu trauern. Es bleibt keine Zeit viel darüber nachzudenken, denn der finanzielle Druck war bei mir groß.

Heute weiß ich, dass ich mich viel über meine Arbeit identifiziere. Heute weiß ich, dass eine gute Arbeitsstelle mir viel bedeutet. Damals war es mir nicht so klar bewusst. Ich ging also mit dem Identitätsverlust so um, dass ich mich bis zur Erschöpfung mit Bewerbungen und Stellensuche beschäftigte. Aus finanzieller Not heraus baute ich meine bis dahin nebenberuflich ausgeführte Selbstständigkeit stärker aus und kam irgendwann an den Rande eines Burnouts.

Mein erster Job war mir gekündigt worden und es wollte einfach nicht mit einer neuen Stelle klappen. Zwischen all dem hektischen Suchen nach einer Stelle, dem Ausüben der Selbstständigkeit und dem ständigen Grübeln warum gerade mir das passieren musste, klammerte ich die Trauer komplett aus. Ich meinte keine Zeit zu haben der Wut, Verzweiflung, Angst und Frustration Raum zu geben oder diese Gefühle gar der Welt kundzutun.

Außerdem isolierte ich mich, igelte mich ein und sprach bald mit niemanden mehr über meine Arbeitslosigkeit. Ich schämte mich, weil es nicht klappen wollte und scheinbar niemand sonst so zu kämpfen hatte wie ich. Außerdem hatte ich keine Lust mir blöde Sprüche anzuhören und mich angeblich glücklich zu schätzen, weil ich nun endlich Zeit hatte. Nein, mein Arbeitsverlust war definitiv kein Gewinn für mich, er war ein Verlust, den ich aber nicht verstand gebührend zu verarbeiten, sondern den ich versuchte zu verdrängen und zu ignorieren. Meine Lösung bestand darin mich abzulenken.

Bei meiner letzten Arbeitslosigkeit hatte ich wenigstens im Ansatz einige Strategien, die mir halfen in dieser schwierigen Phase durchzuhalten. Ich habe meine persönlichen Tipps in diesem Beitrag beschrieben. Aber der Trauer bei Arbeitsverlust Raum zu geben und zum Beispiel um den Verlust zu weinen, das habe ich noch nicht so richtig gelernt.

Ich weiß im Moment nur, dass Arbeitslose niemals von mir hören werden, dass sich ganz bestimmt bald etwas ergeben wird. Ich weiß, dass ich nach den ersten Wochen der allgemeinen Bestürzung, wenn sie von der Kündigung erzählt, nachfragen und vielleicht zwischendurch hartnäckig ein Treffen anbieten muss, auch wenn die Person behauptet keine Lust zu haben. Ich weiß, dass ich beim Treffen auf einen Kaffee nicht fragen darf wie es gerade mit Bewerbungen oder Vorstellungsgesprächen aussieht, sondern über Gott und die Welt philiosophieren werde. Wenn die Person von sich aus auf das Thema zu sprechen kommt, höre ich erst einmal still zu und hüte mich gleich Ratschläge zu verteilen. Sollte die arbeitssuchende Person sportlich sein, würde ich ein Fitnessstudio-Abo abschließen und gemeinsam mit der Person regelmäßig hingehen oder zumindest versuchen sie dazu zu bewegen.

Ich weiß nur, dass der Verlust der Arbeit bei einigen Menschen ebenso tief einschlägt wie der Verlust einer geliebten Person. Die Arbeit zu verlieren ist etwas, was einen verändert, selbst wenn man selbst kündigt. Arbeitslosigkeit geht unter die Haut, verkneif dir blöde Sprüche, wenn du mit jemanden unterwegs bist, der/die gerade eine Stelle sucht und mach dir bewusst, dass diese Person einen Verlust erlitten hat.

Eure Fragen – meine Antworten Teil 1

Hallo an alle,

Zu Weihnachten hatte ich eine Gewinn-Aktion gestartet und euch gebeten mir mitzuteilen welche Fragen euch interessieren, hier könnt ihr alle Kommentare auch nochmal gesammelt nachlesen. Die Gewinnerin hat das Mindestabo des Wissenschaftsladens Bonn erhalten, eine Zeitschrift, die wöchentlich deutschlandweit Stellenanzeigen für Geisteswissenschaftler auswertet und zusammenstellt.

Heute möchte ich nun ein paar der aufgeworfenen Fragen aufnehmen und aus meiner persönlicher Sicht beantworten.

Heute stehen Marijkes Fragen im Vordergrund. Sie schrieb:

Was sind ihre (gemeint sind Geisteswissenschaftler) Tätigkeiten? Wie haben sie nach Stellen gesucht ? Sprich, welche Jobbezeichnungen haben sie angegeben? Gab es externe Unterstützer (jobcenter etc)?

Gehen wir mal die Fragen einzeln durch:

1. Was sind meine Tätigkeiten?
Ich habe mal in diesem Beitrag beschrieben, was ich heute den lieben langen Tag so mache. Ich bin mir sicher, dass andere mit der gleichen Jobbezeichnung ganz andere Aufgaben übernehmen, denn da spielen immer so viele Faktoren hinein: wo groß ist das Unternehmen, wie groß die Abteilung, welche Rolle hat man, was liegt einem und macht einem Spaß. Als ich vor zwei Jahren nach Hamburg zog und gezielt unbekannte Personen über Xing ansprach, ob sie mir bei einem Kaffee etwas aus ihrem Berufsalltag erzählten, war ich erstaunt, was für unterschiedliche Antworten ich erhielt. Denn damals war mir klar, dass ich in den Personalbereich wollte. Ich suchte also nur Personen auf Xing, die in diesem Bereich in Hamburg arbeiteten. Und war völlig erstaunt, als mir langsam dämmerte, wie verschieden die Berichte doch klangen, obwohl sie alle im Personalbereich arbeiteten.

Deshalb ist es sehr schwierig zu beantworten welche Tätigkeiten man ausführt, die Antworten werden so vielfältig ausfallen wie die Unternehmen. Ich arbeite in der Personalabteilung, aber ich habe noch nie ein Arbeitszeugnis erstellt oder eine Stellenanzeige geschaltet. Denn Global Mobility ist ein sehr spezifischer Bereich, der besondere Spezialkenntnisse erfordert und eben nicht die Betreuung des Durchschnittsfirmenmitarbeiters darstellt.

Wenn dich ein bestimmtes Berufsfeld interessiert, kann ich dir nur raten mit möglichst vielen Leuten zu sprechen, die in diesem Berufsfeld arbeiten. Falls du dich traust, mache es wie ich über Xing. Mehr als die Hälfte aller angeschriebenen Personen waren bereit dazu und wie gesagt kannte ich niemanden vorher. Du wirst viel über die Tätigkeiten lernen und kannst für dich ausloten, ob dir das Berufsfeld grundsätzlich zusagt oder nicht.

2. Wie habe ich nach meiner Stelle gesucht und welche Jobbezeichnungen angegeben?
Du wirst lachen, aber ich habe mich jeden Morgen sehr geduldig durch Monster, stepstone usw. geklickt. Ich hatte genau ein Suchwort: Hamburg. Ja, natürlich waren 99,9% der Stellen, die ich dann angezeigt bekam, nichts für mich. Ja, ich hätte so etwas wie HR, Personal oder ähnliches eingeben können. Aber wenn es eine Sache gibt, die ich im Laufe meiner häufigen Bewerbungsphasen gelernt habe, dann, dass Geisteswissenschaftler alles und nichts können und dass es deshalb kaum Stellen gibt, die auf mich zugeschnitten sind. Die Suchbezeichnung „Geisteswissenschaftler“ ist für die Katz, das hatte ich sehr schnell raus. So klickte ich mich also geduldig durch die vielen Stellen und blieb dann hängen bei den wenigen, die interessant klangen und für die ich in Frage kam. Oft nahm ich dann die interessante Stelle zum Anlass genau die Jobbezeichnung nochmal bei Jobsuchmaschinen einzugeben und zu schauen, ob es noch weitere Stellen in Hamburg gab.

Natürlich habe ich dann im Laufe der Zeit gemerkt, dass es doch einige Stichworte gab, die hilfreich waren. Aber dazu muss man schon eine Weile dabei sein, ich konnte das erst nach einigen Wochen, nachdem ich jeden Tag mindestens eine oder zwei Stunden gesucht hatte. Und ich bin kein Berufsanfänger mehr. Ich weiß, das klingt dröge und anstrengend. Das ist es auch, aber ich weiß, dass mir sonst einige interessante Stellen durch die Lappen gegangen wären.

Meine zweite Strategie war mithilfe der Zeitschrift Wila Bonn, die wie oben beschrieben wöchentlich Stellen für Geisteswissenschaftler deutschlandweit zusammenstellt, unabhängig von der Postleitzahl zu schauen, was für Stellen für Geisteswissenschaftler gelistet waren. Die Zeitschrift half mir, mir einen Überblick zu verschaffen und besser zu begreifen welche Qualifikationen und Anforderungen gestellt wurden, was für Jobbezeichnungen typisch waren, denn diese ändern sich ja auch immer wieder, als auch besser zu fassen, was es alles für Berufsfelder überhaupt gibt.

Die dritte Strategie war gezielt Leute über Xing anzusprechen als auch an diversen Veranstaltungen teilzunehmen, wie zum Beispiel dem Bewerbungscafe Kiel, das sich als „Netzwerkforum für arbeitssuchende Akademiker/innen, die Erfahrungen und Fragen rund um das Thema Bewerbung und Jobsuche austauschen möchten“ bezeichnet.

Meine jetzige Stelle habe ich übrigens tatsächlich über Umwege mithilfe der ersten Strategie gefunden. Ich bewarb mich zunächst per stepstone auf eine Stelle, wurde abgelehnt, um dann zwei Wochen später vom Unternehmen angerufen zu werden, ob ich nicht an einer anderen Stelle Interesse hätte.

Aber in der Vergangenheit habe ich insbesondere mit dem Ansprechen über Xing gute Erfahrungen gemacht und darüber auch einmal eine Stelle als Relocation Managerin antreten können.

3. Wurde ich bei meiner Suche unterstützt?
Nein, leider nein. Deswegen habe ich auch diesen Blog gestartet, weil ich weiß, dass so viele auf sich alleine gestellt sind und im stillen Kämmerlein verzweifeln. Arbeitssuchend zu sein macht keinen Spaß, vielen geht das an die Nieren, mir auch. Meine Begegnungen mit der Agentur für Arbeit waren sporadisch und eher kontraproduktiv (meine Sachbearbeiterin raufte sich die Haare, weil sie nicht „Amerikanistik“ als Studienfach in der Datenbank auswählen konnte). Da scheinen mir eher Programme wie „Mentor Me“ mehr Sinn zu ergeben, wenn man sich Unterstützung wünscht.

Soweit zunächst meine Antworten. Fragt gerne mehr, wollt ihr was genauer wissen, habt ihr vielleicht ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich wie immer über Kommentare!

Grüße,
Jenny

Wie viel Arbeit ist zu viel?

Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag nach einer ausgiebigen Weihnachts- und Silvesterpause. Ich war erschrocken, die vermeintlich ruhigen Feiertage produzierten 120 E-Mails. Heute bin ich fast eine Stunde länger als geplant geblieben, es gibt so viel zu tun.

Es ärgert mich, dass ich schon jetzt so viel gearbeitet habe, am ersten Arbeitstag im noch unbedarften Jahr. Ich mag meinen Arbeitgeber, ich mag meine Arbeit. Es macht mir nichts aus mal länger zu bleiben, weil ich meine Arbeit sehr gerne mache. Ich habe hier mal berichtet, was ich den lieben langen Tag mache und warum es mir Spaß macht. Aber, ja, es gibt ein Aber.

Arbeit ist nicht alles. Es ist bei mir noch nie alles gewesen und soll bei mir auch nicht alles sein, bitte nicht. Auch ich habe einen persönlichen Rückblick auf 2016 gemacht. Ich kann diese Rückblicke im Fernsehen ja gar nicht leiden. Die vermeide ich normalerweise tunlichst. Die verursachen nur schlechte Laune. Mein persönlicher Rückblick fühlt sich besser an, ich schaue mir jeden Monat an, was für Highlights es gab, woran ich mich gerne erinnere, woran nicht, was verursachte Wut, Traurigkeit, Glück, Freude? Manche Monate waren erstaunlich voll, viele Ereignisse, die intensiv erlebt wurden. Es gab Monate, in denen ein Gefühl dominierte. Die Südamerikareise in mein Geburtsland ein großer Höhepunkt im März, von dem ich bis heute noch zehre. Aber bis dahin, von Januar bis März dominierte genau ein Begriff: ARBEIT. In Großbuchstaben. Weil ich viel und lange arbeitete, weil die Arbeit viel Zeit, Energie und Raum einnahm. Weil meine Arbeit traditioneller Weise immer zum Jahresanfang Fahrt aufnimmt und viel abverlangt.

Die ARBEIT in Großbuchstaben hat mich zum Nachdenken gebracht. Kann es denn sein, dass gut zweieinhalb Monate nur die Arbeit im Mittelpunkt meines Lebens stand? Was war mit dem Rest? Mit den sozialen Kontakten, Freunden, dem Essen, der Gesundheit, dem Sport, dem Ausgleich zur Arbeit? Dass ich gerne arbeite und viel ist die eine Seite, aber dass für zweieinhalb Monate die Arbeit fast alles ist, kann und darf das überhaupt sein? Darf diese Seite dominieren für so lange Zeit?

Mein Rückblick hat mir zumindest in diesem Aspekt dann doch schlechte Laune gemacht. Denn meine Antwort dazu lautet eindeutig nein. So wichtig ist die Arbeit dann doch nicht. Silke, eine Bloggerin, die ihren Partner Julian mit 30 Jahren verlor, beschreibt es ziemlich gut:

Ich bereute aus tiefstem Herzen, die kurze Zeit, die ich mit Julian in diesem Leben haben durfte, allzu oft mit Überstunden oder sonstigem Stress vergeudet zu haben. All das war niemals wirklich wichtig gewesen. Ich realisierte, worum es wirklich geht im Leben: Darum, zu leben und Zeit mit den Menschen und Aufgaben zu verbringen, die wir lieben.

Mehr zu lesen gibt es hier.

Nein, ich möchte nicht bereuen zu viel gearbeitet zu haben. Ich möchte nicht am Ende meines Lebens sagen, wäre das nicht toll gewesen, wenn ich mehr Zeit mit Menschen verbracht hätte, die mir wichtig waren statt die vielen Überstunden zu machen.

Es macht mir auch jetzt schlechte Laune, dass ich schon heute wieder länger geblieben bin. Bis März soll das definitiv nicht normal sein. Und ich schreibe so offen hier darüber, weil ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Unsere Gesellschaft zwängt uns in ein solches Hamsterrad, dass es schwer ist auszubrechen. Ich möchte nicht wieder für 2017 das gleiche sagen müssen. Ich arbeite gerne, darum geht es nicht, aber neben der Arbeit soll eben nicht alles andere ersticken, insbesondere nicht über Monate hinweg, auch wenn es „nur“ zwei sind.

Und weil es mir so schwer fällt, habe ich mir einen besonderen Terminplaner zugelegt. Ein guter Plan ist ein Terminplaner der besonderen Art. Zum Beispiel besteht jeden Tag die Möglichkeit anzukreuzen wie gut man geschlafen, gegessen, soziale Kontake gepflegt hat, ob man sich kleine Gut-Tu-Momente gegönnt hat und wie man sein Stresslevel beurteilt. Es dauert keine Minute jeden Tag anzukreuzen wie man das jeweilige Level bewertet, aber selbst jetzt, seitdem ich ab dem 27.12. jeden Tag fleißig gekreuzt habe, fällt mir bereits auf, was meine Zeitfresser sind und welche Bereiche ich in Angriff nehmen möchte. Neben dem Terminkalenderteil gibt es auch einen ausgiebigen Analyseteil, wo man sich zum Beispiel notieren kann, was einen grundsätzlich glücklich macht und was unglücklich. Eine Aufgabe, an der ich mich gerade versuche, lautet zunächst aufzulisten welche Aufgaben bei der Arbeit einem Stress geben und einen nerven und was passieren würde, wenn ich bei einer Aufgabe einfach Nein sagen würde. Die letzte Frage lautet, dass man sich fragen sollte, was passieren würde, wenn man besagte Aufgabe delegiert oder aber nicht macht.

Diese Perspektive ist für mich neu. Delegieren, gut, da komme ich noch drauf. Aber eine Aufgabe einfach nicht machen? Ich bin ein gewissenhafter Typ, ich will es richtig machen. Etwas einfach nicht zu machen, obwohl ich es soll, hm, damit habe ich so meine Probleme.

Aber genau darüber denke ich gerade viel nach. Ob ich mir dieses „Sollen“ vielleicht selbst auferlege. Was ist, wenn ich es einfach nicht mache? Was ist, wenn ich einfach regelmäßig pünktlich gehe? Was ist, wenn ich in den acht Stunden gut und intensiv arbeite, aber dann einen Schlussstrich ziehe? Was ist das schlimmste, was passieren könnte?

Ich musste mal eine Zeit lang viele Kunden vertrösten, weil meine Abteilung unterbesetzt war und ich nicht für fünf Leute gleichzeitig arbeiten kann. Ich habe also auf gefühlt jede E-Mail geantwortet, sorry, kann ich erst in zwei Wochen bearbeiten, ich bin allein und schaffe es nicht.

Ich war überrascht, wie viel Verständnis mir entgegengebracht wurde. Es gab unter den vielen genau einen Kunden, der es sofort erledigt haben wollte und das in dem Fall auch aus gutem Grund. Wir glauben, weil Menschen an uns herantreten mit einem Wunsch und einer Bitte, dass wir dann gleich sputen müssen. Zumindest glaube ich das. Aber viele Menschen haben Verständnis. Wenn man zwar reagiert, aber gesteht, dass man es nicht machen kann in nächster Zeit, sondern in zwei Wochen. Später als geplant.

Ich wünsche mir für 2017, dass ich noch mehr lerne meine Grenze zu ziehen. Dass ich Arbeit nicht überbewerte und dass ich lerne zu delegieren, aber eben auch mehr Nein zu sagen. Dass ich Kunden vertröste und lieber ein paar Tage mehr als Puffer einplane und die Aufgabe dann ganz bestimmt erledigt bekomme, als mir selbst zu enge Zeitfenster zu setzen und Versprechen dann nicht einhalten kann und mich stresse.

Mich würde auch interessieren, was deine Strategien sind, um Arbeit nicht zu viel werden zu lassen. Das kann auch eine intensive Bewerbungsphase sein. Was machst du, damit du vom Druck nicht überrollt wirst? Wie schaffst du es deine sozialen Kontakte trotz Arbeitslosigkeit, Bewerbungsphase oder Studienabschluss zu pflegen? Ich freue mich wie immer über Kommentare.

Blogtürchen Nr. 2, doppelte Ladung

Das Thema Netzwerk ist in aller Munde. Jeder spricht davon auf Veranstaltungen zu netzwerken, es ist en vogue. Mich nervt oft an solchen Modewörtern, dass sie zu Worthülsen verkommen, keiner mir so richtig sagen kann, ob Smalltalk auf einer Messe schon netzwerken ist und vorallem, was das ganze eigentlich soll und warum man sich als eher schüchterner Mensch überhaupt zu durchringen sollte.

Deshalb beschreibe ich in diesem Beitrag „Von der Kunst beim Kaffeetrinken zu netzwerken“ was ich da eigentlich genau gemacht habe und wie mir tatsächlich diese Kaffeegespräche bei der Jobsuche geholfen haben.

Beim Beitrag „Netzwerken klappt nur, wenn man nicht an sich denkt“  geht es darum, dass netzwerken nur funktioniert, wenn man das Wohl der anderen im Blick hat. Denn sonst wird das Netzwerk ganz schnell in sich zusammenbrechen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Auch wenn ich in der Personalabteilung arbeite, habe ich leider selten das Vergnügen den Einstellungsprozess mitzuerleben. Dazu arbeite ich in einem zu spezifischen Spezialbereich, den ich mal hier genauer erklärt habe. Meine Personalabteilung ist sehr groß, wir sind mehr als 30 Leute und entsprechend übernehmen es andere, die Bewerbungsgespräche zu terminieren und zu führen.

Jetzt ergab sich aber endlich die Chance, ich durfte also miterleben wie zunächst die Stellenausschreibung nach heißen Diskussionen online ging, wie die Bewerbungen langsam reintrudelten, gesichtet wurden, Telefon-, Videointerviews und Gespräche stattfanden und langsam einige wenige übrigblieben. Auch wenn ich erst sehr spät eingebunden wurde und erst an Zweit- oder Drittgesprächen teilnahm und noch viel später meine Meinung dazu abgeben durfte, ob die Person eingestellt werden sollte oder nicht, ein wenig habe ich erahnen dürfen wie unglaublich schwierig es ist in so einer kurzen Zeitspanne jemanden auszuwählen. In meinem ersten Beitrag habe ich mal darüber sinniert wie künstlich dieser ganze Bewerbungsprozess ist und wie sehr es einem einstudierten Balztanz ähnelt, den wir nie mehr in der Form aufführen werden.

Aber Balztanz hin oder her, es gibt Hoffnung. Das habe ich diesmal live miterleben können. Es besteht die Möglichkeit statt Balztanz einen Breakdance hinzulegen, die Rituale kann man manchmal doch noch abändern, für sich zu Vorteil nutzen. Denn in diesem Fall hat man einer Quereinsteigerin eine Chance gegeben. Und wenn ich ganz subjektiv urteilen darf, gab es diese Gründe, warum man sich für sie entschied:

  • Ehrlichkeit: Sie stand ganz klar zu ihren Lücken im Fachwissen. Natürlich war auch schon in ihrem Lebenslauf ersichtlich gewesen wo es hapert, aber sie versuchte es auch nicht zu vertuschen, sie stand schlicht dazu.
  • Der Wunsch die Branche zu wechseln wurde klar und einsichtig begründet. Jeder Quereinsteiger wird an irgendeiner Stelle im Vorstellungsgespräch gefragt werden wieso man wechseln möchte. Normalerweise hat auch jeder Quereinsteiger sich dazu ausgiebig Gedanken gemacht. Soweit so gut. Aber der große Unterschied zeigt sich dann, wenn gefragt wird, was genau die Person sich von der Position erhofft und was sie meint ihre Aufgaben sein werden. Sie hatte sich genau informiert, das merkte man sofort. Sie hatte sich klar Gedanken gemacht, sie wusste wo sie sich ganz reinhängen musste, was ihr leichter von der Hand gehen würde. Ihr spürte man es ab, sie hatte Leidenschaft für das Thema, sie war begeistert. Meist scheitert es entweder daran, dass Quereinsteiger nicht genau wissen, auf was sie sich einlassen, reden sehr diffus davon, was sie sich vorstellen oder aber sie zeigen zu wenig Motivation für das unbekannte Neue. Da wird gewechselt, weil der Chef scheiße war oder weil aus anderen Gründen die Langeweile oder der pure Stress aufkam. Ganz schlechte Karten im Gespräch.
  • Es mag nach einer Binsenweisheit klingen, aber sie passte ins Team. Ich habe das große Glück in einer Firma arbeiten zu dürfen, die Quereinsteigern, Geisteswissenschaftlern oder sonstigen Fachfremdem zugesteht, dass sie lernen können und wollen. Das ist leider nicht in jeder Firma der Fall. Zu sehr ist es ein Markt mit zu viel Angebot, sodass viele Firmen lieber auf Nummer sicher gehen, als dass sie einen Quereinsteiger nehmen. Aber ob jemand im Team harmoniert, ob jemand von der Firmenkultur passt, ob jemand mit den Schrullen und Kanten der vorhandenen Personen zurechtkommen wird, das ist etwas, wo unsere Personalabteilung zum Glück ganz genau drauf achtet. Denn es ist die halbe Miete. Wissen kann man sich aneignen, Prozesse erlernen, sich einarbeiten. Das alles ist machbar. Aber ob jemand im Team zurechtkommt, ob jemand hineinpasst in das vorhandene Puzzle an Mitarbeitern, das ist etwas, was man nicht erzwingen kann. Deshalb wird oft als letzte Instanz auch ein Gespräch im Team mit der Person geführt. Meist ist es etwas kürzer, die verschiedenen Teammitglieder stellen sich vor und erklären ihre eigenen Aufgaben als auch, wie die zukünftige Mitarbeiterin sich in allem einfügt und was ihre Rolle bisher war und sein soll. Jedes Mal habe ich bisher von den Bewerbern gehört, dass sie es unglaublich bereichernd fanden, dass das Team auch eingeladen wurde, dass man sich gegenseitig beschnuppert. Warum dies anscheinend bisher noch so selten in der Praxis umgesetzt wird, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Denn mit diesen Teammitgliedern wird der potenzielle neue Mitarbeiter einen Großteil seiner Lebenszeit verbringen. Da sollte man nicht gleich ablehnende Gefühle im Gespräch entwickeln oder gleich von vorne herein ein schlechtes Bauchgefühl haben. Da ist Chaos, Ärger, Frust und Krach vorprogrammiert, wodurch dann automatisch die Arbeit drunter leidet. Deshalb lernte das Team sie also auch kennen und anschließend wurde das Team befragt, ob sie sich vorstellen könnten mit ihr zusammenzuarbeiten. Die einhellige Antwort lautete ja, obwohl der Fakt, dass sie Quereinsteigerin ist, für einige Teammitglieder bedeutet, dass sie mehr Arbeit haben werden, um sie entsprechend in alle Thematiken einzuführen.

Es besteht also Hoffnung, auch für Quereinsteiger. Dass man nach tausendfachen Absagen doch eine Zusage erhält. Ich weiß, das sagt sich immer so leicht. Aber es ist möglich. Bereite dich entsprechend vor, triff dich mit Leuten aus deiner Wunschbranche, frage sie Löcher in den Bauch. Ich habe hier mal erklärt wie ich das sogar mit ganz unbekannten Leuten per Xing ausprobiert habe und darüber sogar eine Stelle bekam. Gleiche deine Wunschvorstellung mit der Realität ab bevor du dich gezielt auf Stellen bewirbst. Wer weiß, vielleicht stößt du auch auf so viel Begeisterung wie diese Bewerberin, die qualifizierte Fachkräfte ausstach.

Weisheiten am Wegesrand

Ich finde es immer wieder spannend, wie ich über den Blog Menschen kennengelernt habe, denen das Thema Geisteswissenschaftler und Berufseinstieg genau wie mir auf dem Herzen liegt. Ich lerne gerne weitere Leute kennen, die sich darüber mit mir austauschen möchten. Wer mir persönlich schreiben möchte, kann gerne ein Kommentar hinterlassen oder mich per info at jennywarkentin.de direkt anschreiben.

Eine Leserin, die gerne anonym bleiben möchte, hat sich bereiterklärt, ein wenig von sich zu berichten wie ihr Berufseinstieg verlaufen ist und was sie angehenden geisteswissenschaftlichen Absolventen mit auf die Reise geben möchte. Ein bisschen ist das für mich so, als ob ich eingeladen bin sie auf einem kleinen Ausschnitt ihrer Lebensreise zu begleiten, wir zwischendurch anhalten und Steine der Weisheit aufheben, die wir dann gemeinsam von allen Seiten bestaunen können. Aber hebt selbst ein paar Steine auf:

  1. Was haben Sie studiert und was hat Sie dazu motiviert?

Schon in meiner Schulzeit haben mich andere Kulturen, Literatur, Geschichte sowie Fremdsprachen interessiert und begeistert. Studieren wollte ich immer ein Fach, das in keiner Weise ein Schulfach fortsetzte, sondern ich wollte mir neue Wissenswelten erschließen. So fiel meine Wahl auf die Orientalistik und Geschichte.

  1. Wie haben Sie sich während des Studiums finanziert?

Noch heute bin ich sehr dankbar dafür, dass ich mein Studium durch ein Stipendium finanzieren konnte. Das Studentenleben ohne finanzielle Sorgen war ein großes Privileg. Die Förderung hat mir Freiheit geschenkt, die ich bis zum letzten Tag meines Studiums genutzt und auch genossen habe.

  1. Hatten Sie im Studium schon eine Vorstellung davon, was Sie später einmal machen wollen?

Während meines Studiums hatte ich verschiedene Ideen, was ich mit meinem Wissen und meinen Kenntnissen sowie mit meiner Auslandserfahrung machen könnte und wollte. Aus heutiger Sicht hätte ich mir hier mehr Beratung und Unterstützung gewünscht. Internet gab es damals (leider) noch nicht.

  1. Was hat Sie dazu bewogen zu promovieren?

Nach Abschluss meines Studiums mit einem Magister Artium hatte ich nach wie vor große Freude und Begeisterung am wissenschaftlichen Arbeiten.

  1. Wie verlief Ihr Berufseinstieg?

Der Einstieg ist unkompliziert verlaufen. Ich habe nach Stellen Umschau gehalten, die meinen breiten Interessen entsprachen. Beworben habe ich mich auch auf Stellen, die nicht explizit für Geisteswissenschaftler ausgeschrieben waren. Vier Monate nach Studienabschluss hatte ich drei Jobs zur Auswahl. Übrigens habe ich damals bei der Organisation, bei der ich meinen ersten Job bekam, angerufen und um einen kurzen Termin gebeten, um mehr über die Stelle zu erfahren. Wie ich später erfuhr, hat die Eigeninitiative den Personalchef sehr beeindruckt. Gleichwohl hatte ich noch eine Vorstellungsrunde bei sieben unterschiedlichen Personen zu absolvieren, bevor ich die Stelle tatsächlich erhielt.

  1. In welcher Branche sind Sie heute tätig und was sind typische Aufgaben für Sie?

Tätig bin ich seit vielen Jahren im Wissenschaftsmanagement. Das ist eine spannende Aufgabe mit immer neuen Herausforderungen. Meist geht es bei der Arbeit darum, komplexe Diskussionsprozesse in all ihren Facetten und Widersprüchlichkeiten schriftlich darzustellen mit dem Ziel, eine Entscheidung vorzubereiten. Dabei sind immer viele Beteiligte mit unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen.

Gefragt ist hier die Fähigkeit, sich schnell in neue Sachverhalte einzuarbeiten, das Ganze verständlich und korrekt schriftlich aufzubereiten. Hinzu kommen Aufgaben wie z.B. Gremien- und Prozessmanagement sowie Mitwirken bei Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das sind alles Tätigkeiten, die man durch praktische Arbeit lernt. Fähigkeiten, die man in einem geisteswissenschaftlichen Studium erworben hat, sind hier eine wertvolle und hilfreiche Basis.

  1. Was geben Sie allgemein angehenden geisteswissenschaftlichen Berufseinsteigern mit auf die Reise?

Geisteswissenschaftler verfügen über fachübergreifende Kompetenzen und je nach Fach auch fachspezifische Kompetenzen. Das ist sehr wertvoll für die Arbeitswelt. Ein geisteswissenschaftliches Studium bildet zwar nicht primär für einen bestimmten Beruf aus, wie zum Beispiel ein Ingenieurstudium oder das Studium der Rechtswissenschaften, es ist aber auch keine Einbahnstraße. Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler stehen quasi vor der Herausforderung, sich mit ihren Kompetenzen als nützlicher und wertvoller Arbeitnehmer zu definieren und sich erfolgreich auf dem Bewerber- und Arbeitsmarkt zu vermarkten. Letzteres dürfte für Geisteswissenschaftler oft nicht leicht sein, weil sie oft nicht selbstbewusst genug auftreten. Es erfordert immer Mut, Eigeninitiative und Entschlossenheit, neue Wege zu gehen und sich in unbekanntes Berufsterrain zu wagen. Auch eine berufliche Selbstständigkeit kann im Einzelfall eine Alternative sein.

Das Wichtigste ist – Sie müssen sich für Tätigkeit und Aufgaben im angestrebten Job begeistern. Zeigen Sie sich offen, Neues zu lernen und sich neue Wissenswelten zu erschließen. Der Arbeitgeber, bei dem Sie arbeiten möchten, sollte ebenfalls zu Ihnen passen. Sie verbringen dort einen beträchtlichen Teil Ihrer (Lebens)-Zeit. Im Berufsleben wird immer die eine oder andere Aufgabe auf Sie zukommen, die Ihnen vielleicht nicht so liegt. Aber wenn Sie auch Aufgaben haben, die Sie mit Freude und Begeisterung lösen, dann gehen die nicht so geliebten Aufgaben meist leichter von der Hand. Dieser Rat ist unabhängig davon, in welchem Bereich Sie arbeiten bzw. arbeiten wollen.

Nie den Mut und die Zuversicht verlieren. Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer sollten sich beim Berufseinstieg nicht von den Gefühlen und Stereotypen anstecken und leiten lassen, dass Geisteswissenschaftler nur Taxi fahren oder an der Tankstelle jobben oder Jobs machen, die mit dem Mindestlohn vergütet werden.

In ihrem Buch „Brotgelehrte – andere Perspektiven für Geisteswissenschaftler“ beschreibt Mareike Menne 26 Tätigkeitsfelder für Geisteswissenschaftler. Das Buch liefert eine Menge Ideen und Anregungen für spannende berufliche Tätigkeiten nach einem geisteswissenschaftlichen Studium. Studierenden und Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer sei dieses Buch als lohnende und inspirierende Lektüre empfohlen. Hier der Link zu Amazon oder direkt zur Verlagsseite.

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Wie bin ich beruflich hierhin gekommen?

Irgendwann die letzten Tage bin ich über diese Frage gestolpert, wie ich beruflich hierhin gekommen bin. Da ich in meinem Leben schon einige berufliche Stationen durchlaufen habe (von Jazzpianistin, Koordinatorin eines Jugendaustauschprogrammes, Sprachtrainerin, Leiterin der Sprachabteilung bis hin zu zwei Stellen im Bereich Global Mobility oder Relocation), wage ich zu behaupten, dass ich einige Dinge auf der Reise mitgenommen habe, bis ich hier gelandet bin.

  1. Wie so viele andere Studenten der Geisteswissenschaften, wollte auch ich mich nicht festlegen, was ich mal beruflich machen wollte. Zu viel interessierte mich und zu wenig beschäftigte ich mich damit, was man eigentlich mit meiner Fächerkombination überhaupt später machen konnte. Als das Studium abgeschlossen war, schrieb ich viele Bewerbungen, erhielt Absage um Absage und durfte dann gnädigerweise in einer gemeinnützigen Gesellschaft meinen Berufsstart wagen. So genau wusste ich selbst dann nicht, was mich erwarten würde, aber ich war dankbar um meinen ersten Job. Was ich damit sagen will, ist, dass ich einfach mal ausprobiert habe. Die lange Liste an Berufen, die ich in gerade mal zehn Jahren Berufserfahrung ausgeübt habe, zeigt deutlich, dass ich nicht immer wusste wohin ich wollte. Sicherlich habe ich nicht gerade den gradlinigsten Lebenslauf und habe diesen auch nie beschönigt. Ich bin auch heute noch der Meinung, dass man einfach mal ausprobieren muss. Vielleicht ist es nicht gerade der Traumjob, aber jegliche Art von Berufserfahrung zählt und hilft einem längerfristig in die richtige Richtung zu gehen.
  2. Auch wenn ich einen Flickenteppich an Berufserfahrung habe, so findet sich trotz der sehr unterschiedlichen Berufe bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen immer wieder: Sprachen, Internationalität und Interkulturalität sind ein Themenbereich, der mich schon mein ganzes Berufsleben begleitet und mich auch biografisch bedingt durch das Aufwachsen als Kind in unterschiedlichen Ländern brennend interessiert. Der zweite Komplex ist die Fähigkeit zu organisieren und zu koordinieren, die ich als meine persönlichen Stärken klassifiziert habe und beruflich gerne umsetze. Der letzte Aspekt, der in einigen Berufen eher weniger oder gar nicht vorhanden war, ist der Bereich Pädagogik und Didaktik, den ich sehr spannend finde und mich fasziniert. Dies bedeutet also, dass ich meine Berufserfahrung analysiert habe. Ich habe mich hingesetzt und geschaut; gibt es vielleicht trotz des Flickenteppichs erkennbare Überlappungen, wiederholen sich vielleicht immer wieder bestimmte Kompetenzen und Fähigkeiten? Wonach halte ich Ausschau, wenn ich mal wieder auf Stellensuche bin, was spricht mich an? Den meisten Geisteswissenschaftlern fällt es nicht schwer zu analysieren und größere Zusammenhänge herzustellen. Ich kann jedem nur empfehlen diese Fähigkeiten auch auf das eigene Berufsleben anzuwenden und sich zu zwingen den roten Fadem im bisherigen Berufs- oder Praktikaleben zu suchen. Dann fällt es auch um einiges leichter die Bewerbungsunterlagen so aufzubereiten.
  3. Ich weiß, dass es sich im Nachhinein immer leicht sagen lässt, aber hab Geduld. Unsere Gesellschaft setzt uns vehement unter Druck, uns wird suggeriert, dass wir mit spätestens 30 beruflich angekommen, Karriere machen und beruflich erfolgreich sein müssen. Wenn man aber bedenkt, dass die Zeit, in der man beruflich tätig ist, immer länger wird (ich fürchte ja fast, dass ich erst mit 75 in Rente gehen darf), sehe ich nicht ein, warum man sich den Stress machen muss. Dann brauche ich halt zehn Jahre, bis ich mich orientiert habe, ja und, ich werde ja mindestens noch zwanzig weitere Jahre arbeiten müssen. Ja, natürlich war auch ich ziemlich verzweifelt, wenn ich wieder einmal eine Absage erhielt. Natürlich nagt es am Selbstbewusstsein, wenn man das Gefühl hat nicht gut genug zu sein. Auch ich habe zwischendurch das Muffensausen gehabt und mich gefragt, ob mich überhaupt eine Firma nehmen würde. Aber Geduld hat sich ausgezahlt. Sowohl mit mir selbst, dass ich einige Dinge erst über eine längere Zeitspanne hinweg gelernt habe (wie zum Beispiel als Dienstleister zu denken), aber auch mit meinem Berufsweg. Natürlich kann man jetzt im Nachhinein behaupten, dass einige meiner beruflichen Stationen überflüssig waren. Ich bin beruflich erst vor anderthalb Jahren angekommen. Egal, was man von meinem beruflichen Werdegang hält, für mich war jede Station hilfreich und hat mich etwas gelehrt. Lass dich deswegen nicht verunsichern, wir haben noch alle Zeit der Welt herauszufinden, was zu uns passt. Solange man wenigstens einen Anfang macht, wird sich der Rest ergeben.

Mein persönlicher Umgang mit Absagen

Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern, wie ich vor etwa anderthalb Jahren vor meinem Computer saß und die Absage nach dem Vorstellungsgespräch erhielt. Ich musste schlucken, es traf mich hart. Besonders deshalb, weil ich bisher oft Erfolge verzeichnet hatte, wenn ich es zum Vorstellungsgespräch geschafft hatte. Wenn ich denn eingeladen wurde, was ja selten genug war, dann erhielt ist fast immer den Job im Anschluss. Doch diesmal nicht. Diesmal wollte man mich nicht. Diesmal hatte ich also nicht überzeugt, diesmal hieß es weitersuchen, hieß es wieder einmal den Markt nach potenziellen Stellen abgrasen.

Als erstes musste was zu essen her, ab der Absage nach dem meiner Meinung nach sehr gut verlaufenen Vorstellungsgespräch zügelte ich mich nicht mehr, es brachte ja doch nichts. Wenn ich schon zu Hause herumhocken musste, wenn ich denn schon nichts anderes tat als stundenlang durch das Internet zu surfen, die verschiedensten Jobbörsen besuchte und geduldig Suchbegriffe bei Google eingab, dann machte es ja wohl nichts aus, wenn ich im Pyjama, was zu knabbern und einer Tasse Tee in der Hand mich ein wenig gehen ließ. Schokolade zum Frühstück? Aber sicher, um 11 Uhr zweites Frühstück, warum denn nicht? Interessierte ja doch niemanden. Abends nochmal was kochen, ja, klar!

Es zeigte sich auf der Waage, ich legte innerhalb kurzer Zeit 6 kg zu. Es zeigte sich im Äußeren, Schlabberpulli und verwaschene T-Shirts begleiteten mich tagein und tagaus. Es zeigte sich im Internetverlauf, statt Stellen zu suchen, las ich private Blogs oder entdeckte lustige Videos und beobachtete erbitterte Forenkämpfe. Ich wollte und konnte einfach nicht mehr. Zu oft hatte ich Bewerbungen geschrieben, hatte mich zur Schau gestellt, hatte einfach keine Lust mehr auf dieses ewige Auf und Ab, das Zittern und Bangen, ob es was wird, die Aufregung und Nervosität bis die E-Mail endlich, endlich eintraf, um mich entweder von dem Leiden zu erlösen oder aber mich weiter zu bestätigen, dass ich anscheinend nichts konnte und man mir absagen musste.

Die Bewerbungszeit ist eine harte Zeit, da gibt es nichts dran zu rütteln. Da ich schon so einige Bewerbungsphasen mitgemacht habe, weiß ich nur zu gut wovon ich spreche. Ich weiß nicht so genau warum meine letzte Bewerbungsphase von 2015 mich so besonders hart traf, ich kann zwar ein paar Gründe nennen, aber irgendwie gibt es auch einen undefinierbaren unlogischen Wutgrund, der mich gleichzeitig tatenlos und lieblos werden ließ. Lieblos auch im Bezug auf das Schreiben von Bewerbungen. Einen Scheiß muss ich, so lässt sich meine letzte Bewerbungsphase wohl am besten zusammenfassen. Ich hatte einfach keine Lust, weder zu suchen, noch zu schreiben, noch diese Bewerbungsmaske aufzusetzen, die man unweigerlich aufsetzt, wenn man zum Gespräch eingeladen wird.

Ich war lustlos und ließ mich treiben. Bis ich mich eines Tages tatsächlich auf die Waage traute und die 6kg mir unbarmherzig zeigten, dass ich mich langsam aber sicher auf den Abgrund zubewegte. Zwischen dem Seriengucken und der Snacks, die ich mir fortwährend in den Mund schob, gab ich mir schließlich einen Ruck. Die Absagen flatterten weiterhin rein, ich musste weiterhin mühsam Stellen suchen, es ging nicht auf einmal alles besser und einfacher. Der Bewerbungssumpf war immer noch der gleiche. Aber mit einem müden Seufzen beschloss ich, dass ich etwas ändern musste. Und machte folgendes:

1. Ich begann diesen Blog. Mein erster Eintrag, aus dem März 2015, befasst sich mit der Künstlichkeit von Vorstellungsgesprächen. Ihm folgte ein Beitrag zum Thema Bitterkeit, was mich selbst zu dem Zeitpunkt sehr beschäftigte. Denn zynisch und bitter wird man bei der Jobsuche schnell.

Der Blog strukturierte meinen Alltag. Während meiner Arbeitslosigkeit schrieb ich jeden Wochentag einen Beitrag, Themen fielen mir viele ein. So entwickelte ich schnell eine Routine, stand morgens auf, um mir erst einmal Gedanken zu machen worum es im Blog gehen würde, machte den Grobentwurf oder veröffentlichte den Artikel gleich und machte mich dann im Anschluss mit etwas mehr Elan an die Jobsuche.

Der Blog half mir auch mich stärker zu vernetzen. Wenn auch nicht oft, so lernte ich manchmal andere Bewerber kennen, tauschte mich aus und bekam wieder etwas mehr Mut. Es gab noch andere, denen es genauso ging wie mir. Ich war nicht allein.

2. Ich machte regelmäßig Sport. Die 6kg mussten weg, wenn nicht gleich noch ein paar mehr.

Wann, wenn nicht während der Arbeitslosigkeit hatte ich die Möglichkeit Sport in einem solchen Maße zu treiben? Wann würde ich jemals wieder so viel Zeit finden mithilfe einer App ganz langsam das Laufen zu trainieren? Jetzt war die Gelegenheit dazu. Ich raffte mich also auf und ging laufen. Hier habe ich mal beschrieben, was es für mich bedeutet, dass ich jetzt in der Lage bin regelmäßig 7km zu laufen ohne tot umzufallen. Schnell merkte ich, dass ich beim Laufen tolle Ideen bekam wie ich ein Anschreiben formulieren sollte oder konnte mit frischen Augen erneut die Jobbörsen durchsuchen und wurde plötzlich dort fündig, wo ich zuvor offensichtlich die interessante Stelle übersehen hatte.

3. Ich bepflanzte zum ersten Mal meinen großen Balkon.

Als Arbeitslose hatte ich natürlich einen schmaleren Geldbeutel. Klar. Also beschloss ich statt bereits ausgewachsener Blumen Blumensamen zu kaufen. Sie sind deutlich günstiger und viel ergiebiger. Ich las welche Blumen pflegeleicht waren, welche wohl auf meinem Balkon gedeihen würden und machte mich alsdann ans Werk und deckte mich mit Blumensamen ein. Einige Pflanzen mussten eher ausgesät werden als andere, einige hatte ich zunächst drinnen aufzuziehen bevor ich sie nach draußen bringen konnte, andere brauchten feuchtere Erde als andere. Ich probierte also fröhlich herum, verteilte großzügig Samen in verschiedenen Töpfen, machte mir einen Spaß daraus einige Töpfe akribisch zu beschriften und bei anderen eine völlig willkürlich zusammengestellte Samenmischung einzupflanzen und mich einfach überraschen zu lassen. Jeden Tag verbrachte ich automatisch gleich morgens etwas Zeit auf dem Balkon und hatte nach überraschend kurzer Zeit Sämlinge sprießen, unterschiedlicher Couleur und Größe. Es dauerte nicht lang und dann kamen die Bienen und Schmetterlinge, auch ich wurde magisch angezogen meine Bewerbungen lieber bei den duftenden Blumen auf dem Balkon zu schreiben als drinnen.

Das tägliche Blumengießen, das Abknicken von verblühten Blüten, das regelmäßige Prüfen, ob die Erde entsprechend den Vorlieben der Blume feucht oder trocken genug war, erdete mich. Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch und komme innerlich besonders gut zur Ruhe, kann mich entspannen, wenn Natur um mich ist. Ich atme automatisch tiefer, ich fühle mich gleich wohl. Wenn auch der Balkon ein eingeschränkter Naturraum ist, so halfen mir meine selbstgepflanzten Blumen den Bewerbungsstress etwas gelassener zu nehmen.

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Und das bringt mich zu dir. Wie gehst du mit Absagen um? Was sind deine Strategien, wie du mit dem Bewerbungsfrust umgehst, dem entgegenwirkst? Ich freue mich wie immer über Anmerkungen und Kommentare.

Ich bin kein ICE

Ich saß im Vorstellungsgespräch, alle Augen ruhten auf mir und warteten auf meine Antwort. Auf meine Antwort darauf, wie ich meinen Studienabbruch als etwas anderes sehen könne als ein Eingestehen von Schwäche. In dem Augenblick wurde mir klar, vor mir vereint saßen alle Vorurteile, die man einem Geisteswissenschaftler gegenüber haben kann. Der schöngeistige Mensch, der sich in Theorien und Konstrukten verliert, sich mit den seltsamsten Themen beschäftigt, zu denen vielleicht zwei Personen weltweit promoviert haben, um dann zwei Semester später einer anderen Gedankenschule nachzueifern oder gar sein Studienfach innerhalb der Geisteswissenschaften zu wechseln, zwischendurch Taxi fährt, um sich ernähren zu können, aber weltfremd und insbesondere wirtschaftlich unfähig agiert, geschweige denn gradlinig eine Karriere anstrebt, sondern idealistisch die Welt retten will. Ziellos und unfähig sich festzulegen, ein Blättlein im Winde.

Weder mein Studium, noch mein bisheriges Berufsleben sind gradlinig, geschweige denn ist es ersichtlich wohin die Reise geht. Mein Berufsleben ist geprägt von Umwegen, holprigen Pfaden, die manchmal ins Nichts führten und abstrusen Wendungen. Ich bin kein ICE, der pfeilschnell von A nach B im chromen Licht rast, nein, ich bin noch nicht mal eine eifrige Regionalbahn, sondern eher eine langsame S-Bahn, die mit viel Getöse in eine ungefähre Richtung ruckelt, hier etwas mitnimmt, da wen rauslässt und sich irgendwie den Weg bahnt.

Mein Berufsleben ist anders verlaufen als ich es geplant hatte. Die Reise von Station A nach B begann stattdessen bei Station F: In meiner Wunschstadt bewarb ich mich ein Jahr erfolglos, nicht nur einmal habe ich die bittere Erfahrung machen müssen direkt nach dem Wunschkandidat die Nr. 2 gewesen zu sein. Doch Station F war nicht so weit entfernt von Station C, wo ich eigentlich nie hinwollte, sich aber plötzlich etwas auftat. Ich kassierte regelmäßig Absagen, um dann überraschend von einer Firma, die mir bereits abgesagt hatte, im Nachgang eine andere Stelle angeboten zu bekommen oder mir wurde ungefragt ein Online-Stellenangebot zu einem Berufsfeld weitergeleitet, von dem ich bis dato noch nichts gehört hatte, ich mich aber trotzdem bewarb und dann erfolgreich die Stelle antreten konnte.

Manchmal gipfelte eine mühsame Bergfahrt in einer grandiosen Aussicht, ich beglückwünschte mich zu meiner selbst getroffenen Entscheidung nochmal ein ganz anderes Berufsfeld zu versuchen, um dann rasendschnell in einer Talfahrt ins Ungewisse zu enden als ich mehrmals aufgrund externer Gründe meine aktuelle Stelle kündigen musste, um eine neue Station in einer neuen Stadt anzusteuern.

Mein S-Bahnplan hat bereits viele Haltestellen eingezeichnet: Ich war schon Dienstleister, selbstständig, Angestellte, Assistentin, Managerin und reguläres Teammitglied, ich habe sowohl in der Musik, Logistikbranche, Erwachsenenbildung als auch im Personal gearbeitet. Ich bin kein schöner stromlinienförmiger ICE, der nur Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern ansteuert, sondern eine alte mit Graffiti besprühte S-Bahn, die an jedem noch so kleinen Minibahnhof anhält.

Die Außenwelt mag denken, was sie will, aber ich bin gerne eine S-Bahn. Ich habe bei jeder einzelnen Station etwas lernen und für mich mitnehmen können. Insbesondere die Umwege, die Hürden und Abweichungen haben mich gelehrt gelassener nach vorne zu schauen. So schnell wirft mich nicht etwas aus der Bahn, eine Fahrt ins Nichts bringt Fähigkeiten hervor, die sonst brach geblieben wären. Ich war manchmal selbst überrascht in welche Bereiche ich mich einarbeiten konnte, wenn ich dazu gezwungen wurde.

Ich mag zwar mit Graffiti besprüht sein, aber in mir steckt viel mehr, als man meinen könnte. Auch wenn es von außen vielleicht nicht so aussieht, hat mein Berufsleben eine Spur, einen roten Faden, ein Muster. Es sind im Grunde drei Fähigkeiten, nach denen ich immer wieder bei meinen verschiedenen Bewerbungsphasen Ausschau gehalten und Stellen angetreten habe. Und mag man die S-Bahn auch belächeln, sie kommt an, sie bringt treu regelmäßig viele Pendler an ihr Ziel. Auch ich bin beruflich angekommen. Trotz Umwege, trotz Wechsel, trotz Talfahrten, trotz dem Halt an jeder Ecke.

In dem Vorstellungsgespräch zuckte ich die Schultern. Ich bereue meinen Studienabbruch nicht und versuchte also darzulegen, warum ich dem Abbruch nur Positives abgewinnen kann. Doch das stieß auf taube Ohren. Offensichtlich wollte man keine S-Bahn, sondern lieber einen ICE einstellen. Ich zog dann für mich die Konsequenz und sagte als Bewerber dem Unternehmen ab. Stattdessen nahm ich die Richtung auf zur Haltestelle Z; dorthin fuhr ein ICE bestimmt nie.